Quelle: ZAMG

Westerwelle fordert mehr Schutz für Botschaften

23.09.2012 - 05:23
Außenminister stellt Konsequenzen in den Raum© APA (Archiv/dpa)Außenminister stellt Konsequenzen in den Raum

Nach den teils gewalttätigen Protesten in mehreren muslimischen Ländern gegen den islamfeindlichen Mohammed-Film hat Deutschlands Außenminister Westerwelle den Regierungen mit Konsequenzen gedroht, die deutsche Einrichtungen nicht ausreichend schützen. "Die Regierungen der Gastgeberländer haben die unbedingte Verpflichtung, ausländische Vertretungen zu schützen", sagte er der "Welt am Sonntag".

Wo das nicht geschehe, "kritisieren wir es mit Nachdruck". "Wo es immer noch nicht geschieht, wird es nicht ohne Konsequenzen bleiben", fügte Westerwelle hinzu. Der FDP-Politiker kündigte an, deutsche Einrichtungen aus Sicherheitsgründen notfalls zu schließen. Er wolle das aber vermeiden. "Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, dass der Austausch zwischen Ländern und Kulturen fortgesetzt wird", sagte er.

Westerwelle schloss nicht aus, dass die gewaltsamen Proteste ein Fall für den UNO-Sicherheitsrat werden. Das komme darauf an, ob die Lage weiter eskaliere. Wichtig sei aber, dass in der westlichen Welt verstanden werde, dass die Gewalttäter nicht repräsentativ für die große Mehrheit der Völker in der arabischen Welt seien. "Und dass in der islamischen Welt verstanden wird, dass die große Mehrheit der Menschen im Westen ihre Religion nicht nur respektiert, sondern Beschimpfungen und Beleidigungen auch ablehnt", sagte der Außenminister.

Zugleich wandte sich Westerwelle gegen die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in europäischen Satirezeitschriften. Zur Freiheit gehöre immer auch Verantwortung, sagte Westerwelle der "WamS". "Manchmal lautet die Frage nicht, ob man etwas tun darf. Sondern ob man etwas tun sollte", fügte er hinzu.

Meinungsfreiheit umfasse nicht das Recht, Andersgläubige oder Andersdenkende zu beleidigen und damit absichtsvoll den öffentlichen Frieden zu stören. "Das gilt übrigens nicht nur für die unerträgliche Darstellung des Propheten als Kinderschänder, sondern auch für den Umgang mit Jahwe oder Jesus Christus."

(APA/ag./dpa)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech