Quelle: ZAMG

Correa begrüßt Einlenken Londons im "Fall Assange"

25.08.2012 - 06:31
Correa zu Dialog mit London bereit© APA (epa)Correa zu Dialog mit London bereit

Großbritannien hat Ecuador zugesichert, die Immunität seiner Botschaft in London nicht zu verletzen. In einer Fernseh- und Rundfunkansprache sagte Präsidenten Correa am Freitagabend, er begrüße, dass das britische Außenministerium im Streit um den in die ecuadorianische Botschaft geflüchteten Wikileaks-Mitbegründers Julian Assange eingelenkt habe.

Wenige Stunden zuvor hatte Correas Außenminister Patiño auf einer auf Initiative Ecuadors einberufenen Dringlichkeitssitzung der Organisation amerikanischer Staaten in Washington eine "öffentliche Entschuldigung" Großbritanniens für das von London angedrohte Eindringen in die ecuadorianische Botschaft gefordert. Der britische Beobachter bei der OAS, Philip Barton, versicherte, Großbritannien habe die ecuadorianische Botschaft "zu keinem Zeitpunkt bedroht". Zugleich rief er die ecuadorianische Regierung zu einem "konstruktiven Dialog" auf.

Das Treffen der OAS-Außenminister und -Vertreter rief London und Quito zur "Fortsetzung des Dialogs" auf. Zugleich wandte sich die Versammlung gegen "jeden Versuch, der die Unverletzlichkeit der diplomatischen Vertretungen gefährden könnte". "In diesem Zusammenhang" erklärte sie ihre "Solidarität und Unterstützung für Ecuador", heißt es in einer Resolution, die per Konsens verabschiedet wurde - ungeachtet der deutlichen Vorbehalte der USA und Kanadas.

Die schwedische Justiz beharrt seit Monaten darauf, dass sich Assange in Schweden den Angaben zweier Frauen stellt, die ihm sexuelle Übergriffe beziehungsweise Vergewaltigung zur Last legen. Eine Vernehmung Assanges in Ecuadors Londoner Botschaft lehnt die schwedische Seite ab. Ebenso lehnt die britische Seite es ab, Assange freies Geleit nach Ecuador zu gewähren. Vielmehr will sie ihn beim Verlassen der Botschaft sofort festnehmen und an Schweden ausliefern.

Assange befürchtet, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm ein Prozess wegen Spionage und damit die Todesstrafe droht. Der Australier hat den Zorn Washingtons auf sich gezogen, weil das Internet-Enthüllungsportal Wikileaks Zehntausende geheime Depeschen der US-Diplomatie sowie Dokumente zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak veröffentlichte.

(APA/dpa)

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