Quelle: ZAMG

NATO arbeitet auf Ende von Afghanistan-Einsatz hin

22.05.2012 - 01:54
NATO-Mächte ziehen nahezu alle an einem Strang© APA (HBF/Andy Wenzel)NATO-Mächte ziehen nahezu alle an einem Strang

Mit Tausenden Ausbildern und milliardenschweren Hilfen flankiert die NATO nach Ende des Kampfeinsatzes Ende 2014 den demokratischen Wiederaufbau in Afghanistan. Schon Mitte 2013 sollen afghanische Sicherheitskräfte - im Verbund mit der internationalen ISAF-Schutztruppe - die Kampfeinsätze gegen radikalislamische Taliban führen.

Die westliche Allianz befinde sich auf einem "unwiderruflichen" Pfad zum Aufzug aus dem Staat am Hindukusch, hieß es zum Abschluss des Gipfels. Das bedeutet, dass die afghanischen Einheiten die Gefechte führen, Kampfeinheiten der ISAF leisten dann noch Unterstützung. Der Kampfeinsatz der NATO ist also nicht beendet. Zum Abschluss ihres Gipfels in Chicago stimmten die 28 Staats- und Regierungschef der Allianz diesen Plänen zu.

Von den jährlich benötigten 4,1 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) nach 2014 zur Finanzierung von Armee und Polizei soll die Regierung in Kabul mindestens 500 Millionen Dollar selbst aufbringen. Von 2024 muss an muss sie Einheiten selbst unterhalten. Die USA wollen 2,3 Milliarden Dollar übernehmen. Österreich hatte im Vorfeld 18 Millionen Euro für den Aufbau der afghanischen Polizei versprochen.

Für Ärger in der Afghanistan-Debatte sorgte das Ausscheren Frankreichs aus der Bündnissolidarität: Präsident Hollande will die Kampftruppen schon Ende 2012 nach Hause holen. Nach dem Ende des Gipfels gab auch Neuseeland bekannt, seine Truppen früher aus Afghanistan abzuziehen.

Die 28 Alliierten stellten in Chicago auch die Weichen für milliardenschwere Rüstungsprojekte und enge Zusammenarbeit bei Entwicklung und Beschaffung. Die NATO kam beim lange geplanten Raketenschild einen wichtigen Schritt voran: Das System - ein Schutzschild gegen Angriffe sogenannter Schurkenstaaten wie dem Iran und Nordkorea - ist in Teilen einsatzbereit. Das stellte die Gipfelrunde zum Auftakt fest. Russland hatte vor dem Beschluss erneut seine Ablehnung deutlich gemacht.

Keine Einigung gab es bisher in den Gesprächen zwischen der US-Regierung mit Pakistan über eine Wiedereröffnung der NATO-Nachschubrouten für Afghanistan. Obama sprach jedoch nach einem "sehr kurzen" Treffen mit Pakistans Präsident Zardari von "Fortschritten" bei den Verhandlungen.

Die Proteste gegen den größten Gipfel in der 63-jährigen Geschichte des Bündnisses gingen indes am Montag weiter. Nach den Ausschreitungen am Vortag blieb es aber ruhig.

(APA/dpa/ag.)

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