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Strauss-Kahn nach Verhör wieder auf freiem Fuß

22.02.2012 - 19:19

Nach einem zweitägigen Verhör-Marathon wegen seiner Beteiligung an illegalen Sex-Partys ist der ehemalige IWF-Chef Strauss-Kahn wieder ein freier Mann. Auf TV-Bildern war am Mittwochabend zu sehen, wie er unter großem Medieninteresse in einer dunklen Limousine die Gendarmeriekaserne der Stadt Lille verließ. Unklar blieb, ob die Behörden gegen ihn ein Anklageverfahren eröffnen werden.

Nach Informationen des TV-Nachrichtensenders BFM hat er eine richterliche Vorladung erhalten. Bei dem Termin dürfte ihm eröffnet werden, ob gegen ihn ein Anklageverfahren eingeleitet wird oder nicht. "Jetzt sind die Dinge in den Händen der Richter", erklärte Strauss-Kahns Anwältin. Ihr Mandant habe alle Fragen ausführlich beantwortet. Positiv wertete sie die Tatsache, dass er nun wieder frei sei. Ihr Mandant sei "völlig zufrieden, dass er angehört wurde."

Der 62-Jährige steht unter dem Verdacht, als regelmäßiger Kunde von Prostituierten an schwerer bandenmäßiger Zuhälterei beteiligt gewesen zu sein, auf die bis zu 20 Jahre Haft stehen. Nach Einschätzung der Ermittler könnte er zudem von veruntreuten Firmengeldern profitiert haben, für das dem Ex-IWF-Chef maximal fünf Jahre Haft droht. Bei der Callgirl-Affäre stehen auch ranghoher Polizeichef, dubiose Manager und Geschäftsleute im Visier der Justiz.

Im Falle Strauss-Kahn ging es vor allem um die Frage, ob der frühere IWF-Chef bei seiner Teilnahme an gesponserten Sex-Partys in Paris, Brüssel und Washington wusste, dass die Frauen Prostituierte waren. Sollten die Ermittler eindeutige Hinweise darauf gefunden haben, droht Strauss-Kahn ein Anklageverfahren. Nach offiziell unbestätigten Medienberichten war er bei seiner Version der Ereignisse geblieben. Demnach gab er zwar eine Teilnahme an den Partys zu, nicht jedoch die Kenntnis von deren Finanzierung beziehungsweise der Teilnahme von Prostituierten.

(APA/dpa/AFP)

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