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Deutsche Bundesbank: Sarrazin geht freiwillig

10.09.2010 - 12:53
Sarrazin löste große Diskussionen aus© APA (epa)Sarrazin löste große Diskussionen aus

Nach der heftigen Kritik an seinen Äußerungen über Migranten tritt Thilo Sarrazin Ende des Monats von seinem Vorstandsposten bei der deutschen Bundesbank zurück. "Mit Blick auf die öffentliche Diskussion werden die Beteiligten ihre Zusammenarbeit zum Monatsende einvernehmlich beenden", teilte die Bundesbank am Donnerstagabend mit.

Sarrazin bat demnach den deutschen Bundespräsidenten Wulff um die Entbindung von seinem Amt. Wulff begrüßte die Bitte von Sarrazin nach seiner Entlassung. Wulffs Sprecher Olaf Glaeseker sagte: "Der Bundespräsident wird dem Antrag von Herrn Sarrazin entsprechen und begrüßt die einvernehmliche Lösung mit der Deutschen Bundesbank."

Den Antrag auf eine vorzeitige Entlassung Sarrazins zog die Bundesbank zurück. "Der Vorstand der Deutschen Bundesbank und das Vorstandsmitglied Dr. Thilo Sarrazin sind sich ihrer Verantwortung für die Institution Deutsche Bundesbank bewusst", hieß es in der Mitteilung. Der Bankvorstand dankte Sarrazin "für die von ihm als Mitglied des Vorstands geleistete Arbeit". Beide Seiten würden sich in dieser Angelegenheit nicht mehr äußern, hieß es weiter.

Am Amtssitz des deutschen Bundespräsidenten, der über eine Entlassung Sarrazins hätte entscheiden müssen, zeigte man sich erleichtert. Bundespräsident Wulff begrüßte die Entscheidung wie auch die deutsche Bundesregierun.

SPD-Fraktionsvorstandsmitglied Edathy legte Sarrazin ein freiwilliges Ausscheiden aus der Partei nahe. Edathy begrüßte am Freitag den Verzicht Sarrazins auf seinen Posten im Bundesbank-Vorstand. "Sollte es sich hierbei tatsächlich um einen Schritt aus Einsicht handeln, dann sollte der nächste Schritt folgen: Der Austritt aus der SPD", sagte Edathy Handelsblatt Online.

Sarrazin selbst sagte am Donnerstagabend, er habe in den vergangenen 14 Tagen "massiven Druck" gespürt. "Das war für mich nicht einfach."

(APA/dpa/ag.)

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