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Monti-Sager erzürnt Gewerkschaften

03.02.2012 - 10:02
Italiener empört über ihren Regierungschef© APA (epa)Italiener empört über ihren Regierungschef

In Rom tobt über die Pläne von Regierungschef Monti zur Arbeitsmarktreform eine heftige Diskussion. Im Fernsehen rief Monti die Jugendlichen auf, nicht auf einen fixen Arbeitsplatz zu hoffen. "Eine Arbeit fürs ganze Leben ist langweilig. Es ist schön, zu wechseln und sich neuen Herausforderungen zu stellen". Die Jugendarbeitslosigkeit in Italien ist auf ein Rekordhoch von 31 Prozent geklettert.

Monti versicherte, er selber werde nicht lang im Amt bleiben, maximal bis zum Ende der Legislaturperiode im April 2013. "Ich hoffe, dass ich bis dahin noch am Leben bin", scherzte er in Anspielung auf die Hürden, die seiner Regierung im Kampf gegen die Schuldenkrise noch bevorstehen. Seine Worte lösten heftige Kritik aus. "Monti sollte fristlos entlassen werden. Seine Aussagen sind ein Affront für die Millionen von Italienern in finanziellen Nöten", sagte ein Sprecher der Linkspartei FDS.

Die Chefin des stärksten italienischen Gewerkschaftsverbands CIGL, Susanna Camusso, meinte, man müsse zwischen positiver und negativer Flexibilität des Arbeitsmarkts unterscheiden. "Wir wollen die negative Flexibilität, das heißt prekäre Arbeitsverhältnisse, bekämpfen", betonte Camusso. Der Chef des Gewerkschaftsverbands CISL, Luigi Angeletti, betonte, dass Italien einen Beschäftigungsnotstand erlebe. 250.000 Arbeitsplätze würden bis Ende 2012 gefährdet sein. "Dieser Notstand muss dringend in Angriff genommen werden", meinte Angeletti.

Arbeitsministerin Elsa Fornero bekräftigte, dass die Reform zur Flexibilisierung des Arbeitsmarkts für Italien eine dringende Notwendigkeit sei. Demnach soll es für Unternehmer einfacher werden, Mitarbeiter einzustellen und zu entlassen. Flexible Beschäftigung soll für den Arbeitgeber teurer werden. Die Umwandlung eines zeitlich befristeten Arbeitsvertrags in einen unbefristeten soll mit Steuerbegünstigungen aktiv gefördert werden.

(APA)

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