Zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan haben mutmaßliche Fundamentalisten in der Konfliktregion Nordkaukasus ein neues Blutbad angerichtet. Diesmal zündeten Selbstmordattentäter eine Autobombe auf einen belebten Markt in Wladikawkas und töteten damit mindestens 17 Menschen. 100 weitere wurden verletzt, als die Bombe, die eine Sprengkraft von bis zu 40 kg TNT hatte, explodierte.
Die Behörden haben drei Verdächtige festgenommen, sagte der Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, am Donnerstagabend. Der Wagen mit der Bombe hatte ein Nummernschild der angrenzenden muslimisch geprägten Konfliktrepublik Inguschetien. Die Explosion am letzten Tag des für die Muslime heiligen Fastenmonats Ramadan beschädigte zahlreiche Gebäude, Autos brannten aus. Das russische Staatsfernsehen zeigte Bilder der Verwüstung.
Der russische Präsident Medwedew und Ministerpräsident Putin verurteilten den Anschlag. Sie forderten die muslimische Gemeinschaft auf, bei der Verhinderung solcher Bluttaten zu helfen. Medwedew drohte zudem den Hintermännern des Terroranschlags heftig. Der Staat werde alles tun, um diese "Monster" zu finden. "Und wenn sie sich wehren, werden sie vernichtet." Die Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land wurden verschärft. Nach einer anonymen Bombendrohung evakuierten die Behörden in Nordossetien alle Schulen und Kindergärten.
Vor sechs Jahren hatten Islamisten im nordossetischen Beslan den bisher folgenschwersten Anschlag in Russland verübt. Damals starben mehr als 330 Menschen, darunter 168 Kinder. Bereits im März 1999 waren bei einem Anschlag auf den Zentralmarkt von Wladikawkas 52 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden. Im November 2008 starben zwölf Menschen, als eine Selbstmordattentäterin sich in der Stadt in die Luft sprengte.
(APA/dpa)

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