Nach dem Spruch des Internationalen Gerichtshofs (IGH) zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovo gibt es vorerst keine Bewegung bei jenen fünf EU-Staaten, die den Balkanstaat nicht anerkennen. Es handelt sich um Spanien, die Slowakei, Rumänien, Griechenland und Zypern. Das IGH-Gutachten ändere "nicht einen Deut" am spanischen Standpunkt in der Kosovo-Frage, betonte Vizeregierungschefin Fernandez.
Ein Festhalten an ihrer Ablehnung signalisierten auch die Slowakei, Rumänien und Zypern, während von Griechenland vorerst keine Stellungnahme vorlag. Die fünf Staaten befürchten eine Signalwirkung auf ethnische Konflikte, in die sie direkt involviert sind.
Das slowakische Außenministerium teilte bereits am Donnerstagabend mit, dass der Kosovo weiterhin unter UNO-Verwaltung bleibe, solange es keine Verhandlungslösung zwischen Belgrad und Pristina oder eine neue UNO-Resolution gebe. Das IGH-Rechtsgutachten werde "keinen direkten Einfluss auf die Position der Slowakei in dieser Frage haben", betonte Außenamtssprecher Peter Stano gegenüber der Nachrichtenagentur TASR.
Rumänien bleibt ebenfalls bei seinem Nein zur Unabhängigkeit des Kosovo. "Das Ministerium bestätigt seine Position, die es in den vergangenen Jahren unzweideutig vertreten hat und die in der Nicht-Anerkennung des Kosovo als Staat besteht", hieß es. Auch Zypern bekräftigte seine Unterstützung "für die Souveränität und territoriale Integrität Serbiens, einschließlich des Kosovo".
Der frühere Generalsekretär des Außenministeriums, Botschafter Albert Rohan, appellierte hingegen an die fünf EU-Staaten, sich nach dem IGH-Gutachten der Mehrheit anzuschließen. Dadurch würden sie eine gemeinsame Haltung der EU ermöglichen, schrieb Rohan in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung "Die Presse".
(APA)

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