Wien Wolkig Nebel 23.4°C
Quelle: ZAMG

Relevante Jobs

Bildergalerien

NATO: Einsatz am Hindukusch unterschätzt

19.07.2010 - 17:08

NATO-Generalsekretär Rasmussen hat eingeräumt, dass die internationale Gemeinschaft den Einsatz am Hindukusch unterschätzt habe. "Nach neun Jahren internationalen Engagements ist es auf schmerzvolle Weise deutlich geworden, dass der Preis, den wir zahlen müssen, viel höher ist als erwartet", schrieb Rasmussen in einem Gastbeitrag für das "Hamburger Abendblatt" vom Montag.

Der Däne machte deutlich, dass er mit weiter steigenden Opferzahlen rechnet. Die politisch notwendigen Militäroffensiven im Kerngebiet der Taliban würden "unweigerlich zu heftigeren Gefechten führen", schrieb er.

In Südafghanistan starben am Montag nach Angaben von NATO und örtlichen Behörden bei mehreren Bombenanschlägen zwei US-Soldaten und sechs afghanische Polizisten. Damit starben seit Jahresbeginn bereits 380 ausländische Soldaten.

Einen Tag vor der internationalen Afghanistan-Konferenz in Kabul zeigte sich der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zuversichtlich über eine baldige Übergabe der Sicherheitsverantwortung an Kabul. Der Zivilbeauftragte der NATO, Mark Sedwill, sagte, die Übergabe der Sicherheitsverantwortung bis 2014 an die afghanische Regierung sei realistisch. Die Aufgaben könnten aber nur in dem Maße an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben werden, in dem diese weiter aufgebaut würden, sagte er der BBC. US-Außenministerin Hillary Clinton rief Afghanistan während eines Besuchs im benachbarten Pakistan auf, seine Aussöhnungspolitik gegenüber Taliban-Kämpfern, die der Gewalt abschwören wollen, weiter voranzutreiben.

Der Konferenzorganisator und frühere afghanische Präsidentschaftskandidat Aschraf Ghani sagte der Nachrichtenagentur AFP, die eintägige Konferenz habe zwei Hauptziele. Zum einen solle "der politische Wille der Afghanen und ein konkretes Handlungsprogramm" präsentiert werden, zum anderen solle eine "Neuausrichtung" der internationalen Hilfen auf den Weg gebracht werden. Derzeit bestehe eine "einmalige Gelegenheit", Afghanistan auf den richtigen Weg zu bringen.

Es ist die erste internationale Konferenz über die Stabilisierung Afghanistans, die das Land selbst ausrichtet. Schirmherren sind Staatschef Hamid Karzai und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Es werden unter anderem 40 Außenminister, darunter neben Westerwelle auch Clinton und der iranische Chefdiplomat Manuschehr Mottaki, erwarte.

(APA/ag.)

Home
Meinung
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech