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Ermittlungen gegen Erzbischof Zollitsch

02.06.2010 - 17:56
Erzbischof Robert Zollitsch© APA (dpa/Archiv)Erzbischof Robert Zollitsch

Gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, wird wegen Beihilfe zum sexuellem Missbrauch von Kindern ermittelt. Der Erzdiözese Freiburg soll bekannt gewesen sein, dass es zu sexuellen Übergriffen durch einen Pater gekommen sei, bestätigte die Freiburger Staatsanwaltschaft am Mittwoch entsprechende Berichte der ARD und des Südkuriers

Zollitsch soll als zuständiger Personalreferent der Erzdiözese im Jahr 1987 veranlasst haben, dass ein Pater in Birnau am Bodensee erneut angestellt wurde. Die Erzdiözese wies die Vorwürfe zurück.

Die wesentlichen Taten soll der Pater im Zuständigkeitsbereich der Konstanzer Staatsanwaltschaft begangen haben. Deshalb haben die Beamten am Bodensee auch die Ermittlungen übernommen.

Zollitsch sei im Mai angezeigt worden, sagte ein Sprecher der Freiburger Staatsanwaltschaft. In Konstanz werde seit einiger Zeit wegen Kindesmissbrauchs gegen einen Pater der Wallfahrtskirche Birnau in Uhldingen-Mühlhofen (Kreis Konstanz) am Bodensee ermittelt. Die Barock-Basilika Birnau gehört zur Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau bei Bregenz.

Die Freiburger Erzdiözese widersprach den Vorwürfen: "Der nun verbreitete Verdacht eines strafbaren Verhaltens von Dr. Robert Zollitsch im Zusammenhang mit dem Kloster Birnau entbehrt bereits mangels Zuständigkeit, aber auch in der Sache jeder Grundlage", heißt es in einer Mitteilung. Zollitsch habe weder von den Vorwürfen gegen den Pater gewusst noch von seinem erneuten Einsatz. Er habe "einen solchen Einsatz schon gar nicht veranlasst", heißt es in der Stellungnahme. Dem Erzbistum sei erst seit Ende 2006 bekanntgewesen, dass es in den 60er Jahren einen Fall von sexuellem Missbrauch in der Wallfahrts- und Klosterkirche Birnau gegeben habe.

Als damals zuständiger Personalreferent der Erzdiözese habe Zollitsch "keinesfalls 1987 eine erneute "Anstellung dieses Paters" in Birnau veranlasst". Es gebe jedoch Hinweise, "dass der beschuldigte Pater erneut zur Klostergemeinschaft des Zisterzienserordens in Birnau gehörte". Der Orden unterstehe einem dort zuständigen Abt, der die alleinige Verantwortung trage.

(APA/dpa/ag.)

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