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Papst in Portugal: Missbrauchsfälle "erschreckend"

11.05.2010 - 14:57
Papst für Säuberung und Buße in der Kirche© APA (epa)Papst für Säuberung und Buße in der Kirche

Überschattet von den Missbrauchsskandalen in der katholischen Kirche hat Papst Benedikt XVI. am Dienstag einen viertägigen Besuch in Portugal begonnen. "Der größte Angriff auf die Kirche kommt heute aus dem Innern der Kirche selbst - durch die Sünde", sagte der Papst auf dem Flug von Rom nach Lissabon. "Heute sehen wir das in einer wirklich erschreckenden Weise."

Benedikt antwortete im Flugzeug auf Fragen von Journalisten zu den Missbrauchsskandalen vor allem in Irland und Deutschland, die seit Monaten die katholische Kirche schwer belasten. Die katholische Kirche sollte nach Auffassung des Papstes die Gründe für den Missbrauchsskandal bei sich selbst suchen. Die Kirche müsse dringend anerkennen, dass sie Buße und Läuterung brauche und die Opfer sexuellen Missbrauchs um Vergebung bitten müsse. Vergebung könne aber Gerechtigkeit nicht ersetzen.

Der Papst will auf seiner Portugal-Reise den von Schuldenkrisen und Finanznöten geplagten Europäern Mut zusprechen. Das katholische Kirchenoberhaupt werde über die "Freude des Glaubens und der Hoffnung" als Mittel gegen die wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise gedrückte Stimmung predigen, sagte Carlos Azevedo, Weihbischof von Lissabon und Koordinator des Besuchs.

Im Mittelpunkt der 15. Auslandsreise von Benedikt steht ein Besuch in Fátima. Der Marienwallfahrtsort etwa 120 Kilometer nördlich von Lissabon zählt neben Lourdes in Frankreich und Santiago de Compostela in Spanien zu den bekanntesten katholischen Pilgerstätten Europas. Dort will der Papst am Donnerstag an den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Marienerscheinung von 1917 teilnehmen. Anlass seiner Reise ist der zehnte Jahrestag der Seligsprechungen von Fátima.

(APA/ag.)

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