Quelle: ZAMG

G-20-Treffen in Bonn begonnen - Gabriel mahnt Kooperation an

16.02.2017 - 17:16
Gabriels Wunsch: "Zusammenarbeit aller mit allen"© APA (dpa)Gabriels Wunsch: "Zusammenarbeit aller mit allen"

Der deutsche Ressortchef Sigmar Gabriel hat zum Auftakt des G-20-Außenministertreffens in Bonn als Gastgeber die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit hervorgehoben. Von dem Treffen solle "ein Signal" ausgehen in einer Zeit, "wo es doch sehr viele Bewegungen gibt, die versuchen sich abzuschotten, nationale Alleingänge zu machen", sagte Gabriel am Donnerstag.

Zu der informellen Konferenz kamen am Nachmittag die Außenminister der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zusammen. Ohne die USA zu nennen, grenzte sich Gabriel mit seinen Worten von dem neuen US-Präsidenten Donald Trump ab, der unter dem Motto "America First" eher auf eine Politik der Abgrenzung setzt. Dagegen warb Gabriel für ein Bekenntnis "für das, was die Außenpolitik heute Multilateralismus nennt, also Zusammenarbeit aller mit allen".

Die Anwesenheit von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres, der als Gast an den Beratungen teilnimmt, sei "ein gutes Zeichen für dieses Außenministertreffen", betonte Gabriel die Bedeutung der Vereinen Nationen.

In ihrer ersten Arbeitssitzung wollten sich die Minister im Anschluss vor allem mit der UNO-Nachhaltigkeitsagenda 2030 befassen. Diese sei wichtig, "weil Sicherheit auf der Welt nicht ohne Gerechtigkeit und ein besseres Leben für alle erreichbar ist", sagte dazu Gabriel. Eines der UNO-Ziele ist der Klimaschutz, den die neue US-Regierung, die in Bonn durch Außenminister Rex Tillerson vertreten ist, ebenfalls skeptisch sieht. Weitere Themen des G-20-Treffens sind am Freitag die Krisenprävention und die Afrika-Politik.

Trumps Außenminister wurde in Bonn mit Spannung erwartet. Unmittelbar vor Tillersons Europa-Debüt als US-Außenminister hat der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz die Außenpolitik der USA als unberechenbar kritisiert. Wolfgang Ischinger sagte der "Bild"-Zeitung, statt Berechenbarkeit in der Außenpolitik sei mit Trump "maximale Unsicherheit" entstanden.

"Wer so pöbelt wie dieser Präsident das gegenüber Medien, Justiz und eigenen Geheimdiensten tut, der schadet seiner eigenen Berechenbarkeit und seinem Team", sagte Ischinger der Zeitung einen Tag vor Beginn der Sicherheitskonferenz in München. Ischinger riet Trump, mit dem Twittern aufzuhören. In dem Kurzbotschaftendienst attackiert Trump regelmäßig seine Kritiker, außerdem nutzt er den Kanal dazu, seine politischen Pläne und Entscheidungen kundzutun.

(APA/ag.)

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