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Niavaranis "Interview"-Gäste

Verena Scheitz: "Ich misstraue Religionen immer"

14.03.2011 - 14:07
Verena Scheitz ist "ORF Frühlingszeit"-Moderatorin, Kabarettistin, Schauspielerin und - Nebenerwerbs-Juristin! Ein Multitalent antwortet Niavarani.
© ORF/Ali Schafler

Michael Niavarani stellt Verena Scheitz seine relevanten Fragen.


Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Verena Scheitz

MN: Wie geht es Ihnen?

Jo, eh.

MN: Wie spät ist es?

10.35

MN: Wie ist das Wetter?

Schön, ich wäre gerne schifahren

MN: Wo sind Sie gerade?

Zu hause


Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Man sagt: Moderatorin, Schauspielerin, Kabarettistin, werde aber auch als Juristin bezahlt

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Arbeit, Zufall und Durchhaltevermögen, und das war nur aus Liebe dazu möglich

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Der eigene Misserfolg, gerechtfertigt oder ungerechtfertigt - man wird manchmal betriebsblind

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

100% - früher oder später werde ich bezahlt


Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Nein, aber nicht: weil noch nicht so weit, sondern: weil ganz wo anders

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Meinem Rauhaardackel folgen beizubringen, ich verzweifle und die Hundetrainer mit mir

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Großen Schwankungen unterworfen

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Nein

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Genießen, genießen, genießen und einen Tritt der Angst. Das musste ich lernen.

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Wenn es dem anderen wichtig ist, dann ja.

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Ja, aber öfters weil ich wirklich nichts wusste.

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Was ich alles nicht machen wollte, später dann, wenn ich mal größer sein würde...

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

"Die Unfähigkeit der Verena S.", meinen Dackel Poldi

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Zweiteres

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Sterben, das tut sicher weh. Danach ist alles klar.

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Ja, denn Angst bremst.


Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Ich nehme 1), die zweite Variante glaube ich der alten Hex nicht.

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Ich denke nicht, denn der Mensch bewegt sich immer in einem System, das von vielen Komponenten geprägt ist und ihn in seinen Entscheidungen abhängig macht. Seine Freiheit besteht aber darin, zwischen mehreren, in diesem System möglichen Entscheidungen zu wählen.

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Lenken ist zuviel gesagt, aber es gibt schon ein Prinzip des Zufalls.

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Nein, nur hier und jetzt

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Ich misstraue Religionen immer, sie wollen einen zusätzlich von irgendetwas abhängig machen, Einfluss ausüben. Jede Religion wurde vom Menschen geschaffen. Nur weil einer nicht zu mir kommt und sagt, was ich zu denken habe, heißt das noch nicht, dass sie eine "bessere" Religion darstellt.

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Ui. Ja. Nein. Kommt darauf an. Vielleicht. Warum? Also... ich habe keine Kinder und bei dieser Frage sage ich, Gott sei Dank.

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Gegenfrage: Welcher Wahrheit?


Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Nix da. Schluss machen.

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Also ICH bin zufrieden.

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Nein

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Ja, ich verzichte auf den Führerschein, weil es gibt immer jemanden, der dich mitnimmt.

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Ehrlich - ganz leicht.

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Ja.


Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Nein.

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

In 6 Jahren?

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

In 30 Jahren?

MN: Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Es gibt immer Menschen, die mit dem, was ihnen das Leben bietet oder was sie in ihrem Leben erreicht haben, nicht zufrieden sind. Sie machen andere dafür verantwortlich. Der Mensch macht es sich einfach.


Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

11.32

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Ob es einen "Freien Willen" gibt.

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Nix Dringendes.

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