Quelle: ZAMG

Bildergalerien

rssFeed
14:15
Niavaranis "Interview"-Gäste

Gernot Kulis: "Stecker aus und fertig. Wäre mir am liebsten."

07.03.2011 - 11:00
Wir laden zum Kampf der Titanen: "Ö3 Callboy" steigt in den Ring mit "Relevant Askman". Gernot Kulis beantwortet "Niavaranis relevante Fragen": vom Tauchen mit Haien, göttlichen Mogeln und langweiligen Sex.
© Ö3

Michael Niavarani stellt Gernot Kulis seine relevanten Fragen.


Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

12 Uhr und 8 Minuten

MN: Wie geht es Ihnen?

Beim Esstisch mit Blick in die Küche

MN: Wie spät ist es?

Der Hochnebel hat sich verzogen, es scheint die Sonne.

MN: Wie ist das Wetter?

Gernot Kulis

MN: Wo sind Sie gerade?

Ausgezeichnet


Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Ein großes hyperaktives Kind, das andere unterhält, weil es mich unterhält.

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Eindeutig die Liebe und der Spaß daran. Danach folgte harte Arbeit, die wieder Spaß gemacht hat.

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Der eigene. Es gibt selten ungerechtfertigte Erfolge von Konkurrenten, weil in meinem Job immer das Publikum entscheidet.

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

100 Prozent. Weil Spaß am Leben mehr zählt. Ich würde einen Zweitjob annehmen.


Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Bis 18 wollte Ich Fußballstar werden: Also Nein. Ab 18 wollte ich auf die Bühne. Also im Moment: Ja. Stadien, Säle haben mich schon immer fasziniert.

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Den Status zu aktualisieren ist ja seit Facebook in! Ich denke, damit werde auch ich nie aufhören. Dafür gibt es zu viele Dinge im Leben, die mich interessieren.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Glücklich. Auch nicht eher ...

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Nur bis zu einem gewissen Grad. Ich bedanke mich, dass ich in so ein Umfeld geboren wurde oder, dass ich gesund bin. Das nenne ich Glück! Danke dafür. Jetzt ist entscheidend, was ich daraus mache. Wenn du in ein 5-Sterne-Hotel eincheckst, kannst du die Angebote nützen oder nicht. Ich gehöre zu denen, die am Vormittag auf der Wasserrutsche plantschen, anschließend ins Wellenbad gehen und bis sie zusperren in der Mickymausecke spielen.

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Ich denke mir jeden Tag, heut passiert was. Deshalb genieße ich den Moment. Ich bin ein "schöne-Momente- Festhalter". Definitiv.

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Nein. Das hat mich schon bei der Biologielehrerin in der Schule genervt. Welchen 14-Jährigen interessiert, dass die Euglena ein Augentierchen ist? Sorry, ich wollte das jetzt niemandem mittteilen, sondern nur als Beispiel verwenden ...

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Im Gegenteil: Wenn mehrere aufgezeigt haben, habe ich auch aufgezeigt, obwohl ich die Antwort nicht wusste. Eine schwachsinnige Taktik mit wenig Erfolg ...

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Bis 16 bestimmt. Ab 16 nur noch für die Matura. Mit 16 darf man schon wählen, kann aber in der Schule noch nicht entscheiden, welche Fächer man braucht und forcieren will und welche man komplett kübeln kann.

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

Muss eigentlich jede Frage beantwortet werden?

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Nichts von beiden. Es macht mich aber sehr glücklich, wenn Dinge nicht funktionieren.

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Stecker aus und fertig. Wäre mir am liebsten. Was mich stört. Gott hat uns nach seinem Ebenbild erschaffen. Beim Alter hat er aber gemogelt. Er unendlich, wir 78. 78 ist mir zu kurz. Das sag ich ihm.

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Die Angst löst Perfektionismus aus. Manchmal wäre weniger mehr ...


Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Zweitens, mit 700 Euro im Monat und unsterblich. Da kann ich ja sparen, rennt mir ja nichts davon. Irgendwann sind es dann mehrere Milliarden, und ich bin unsterblich.

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Ich tauche im Roten Meer mit Haien. Ja.

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Ich denke, dass man es selbst gestalten kann. Oft ist halt Pech dabei.

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Nein, denn das wäre mein Untergang. Außer: Gott ist Kabarettist.

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Siehe Frage 9 (Leben).

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Ich hab kein Kind.

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Ich denke lieber nach. Vertraue mehr auf das Bauchgefühl als auf Zahlen. Letztendlich sind es aber meistens die Zahlen ...


Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Mit dem Paartherapeuten auf die Malediven. Voraussetzung, er ist hässlich und hat kein Geld.

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Ja, ich arbeite an meinen Fantasien.

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Ähh ... nein.

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Nein. Die Gewissheit würde es nur wieder langweilig machen ...

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Immer leichter ...

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Nein.


Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Nein. Wenn dann ehrlich. Auf einem Feld, mit der gleichen Anzahl an Männern und denselben Waffen. Zum Beispiel: Eishockeyschlägern.

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

Das kommt auf die Kandidatin an. Das ist immer möglich. Und es ist gut so, dass es möglich ist.

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

Eher, als es einen türkischen mit österreichischem Namen gibt.

MN: Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Weil, die die glücklich sind sich damit zufrieden geben, dass sie glücklich sind. Wenn es mir gut geht, muss ich mich um die Probleme kümmern, die die haben, denen es nicht gut geht ... Diese Ignoranz löst den rechten Rand aus. Ich könnte darauf verzichten. Es liegt also an denen, denen es gut geht.


Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

Keine.

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

13 Uhr und 2 Minuten.

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Wann gibt es den haareigenen Perserteppich?

(Niavaranis Antwort folgt.)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech