Quelle: ZAMG

Bildergalerien

rssFeed
14:15
Niavaranis "Interview"-Gäste

Werner Schneyder: "Mir reicht's. Das hat zwei Bedeutungen"

02.03.2011 - 09:53
Der Kabarettist gibt ab dem 6. März im Wiener Stadtsaal noch einmal sein legendäres Programm "Ich bin konservativ". Zuvor nahm er sich aber noch Zeit für ein paar relevante Fragen.
© KNOW ME PROMOTIONS

Michael Niavarani stellt Werner Schneyder seine relevanten Fragen.


Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Werner Schneyder

MN: Wie geht es Ihnen?

Gut

MN: Wie spät ist es?

15 Uhr 42

MN: Wie ist das Wetter?

Herrlich

MN: Wo sind Sie gerade?

Zuhause


Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Schriftsteller, Kabarettist, Regisseur

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Liebe ist ein großes Wort, nennen wir's zwanghafte Zuneigung

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Zweiteres ärgert mich mehr. Der Grund: weil mich Ersteres ärgert.

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

Hängt davon ab, was ich im Nebenberuf verdiene.


Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Ich weiß nicht, wo ich hin wollte.

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Mir reicht's. Das hat zwei Bedeutungen.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Eher glücklich.

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Nicht im Mindesten. (Warum?) So groß ist es eben auch nicht.

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Ich habe keinerlei Verlustangst (mehr). "Carpe diem" heißt – exakt übersetzt: "Pflücke den Tag".

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Nur jenen, die wissen, wovon ich rede.

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Sicher. Denn ich hatte oft Wachträume.

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Ihr zu misstrauen.

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

"Das war's" und eine Personalunion von Jacques Tati und Marcello Mastroianni.

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Die Unterscheidung von erfüllt und unerfüllt überfordert mich.

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Ich habe überhaupt keine Angst. Noch nicht.

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Ich kompensiere Ängste durch die Wut, sie zu haben.


Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Ich bin für Lösung zwei in der Annahme, mir Einiges dazuverdienen zu können.

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Ja. Ich kann hier hinschreiben, was ich will.

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Zitat: "Ich glaube an Gott. Umgekehrt bin ich nicht ganz so sicher."

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Angst nein. Neugierig bin ich.

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Ich bin da misstrauisch. Kommt Zeit, kommt Kreuzzug.

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Zuerst muss ich wissen: wen und warum?

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Das Erste löst das Zweite aus.


Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Romantikurlaub ja. Aber niemals auf den Malediven.

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Mein Alter entbindet mich der Auskünfte.

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Durchaus denkbar.

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Ich habe nie einen Führerschein gemacht. Das dazu.

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Fällt mir (zunehmend) leicht.

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Das ist eine Frage seiner Sensibilität.


Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Nein. Nein. Nein.

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

In zwölf bis sechzehn.

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

In sechzehn bis zwanzig.

MN: Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Das ist wie mit der Gesundheit und der Grippe. Es muss Rand bleiben. Alles über 10 Prozent muss bekämpft, vor allem aber widerlegt werden.


Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

16 Uhr 07

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Keine.

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Kommst Du zu mir in den "Stadtsaal"?

(Niavaranis Antwort folgt.)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech