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Niavaranis "Interview"-Gäste

Richard Klein: "Kinder? Damit lassen Rihanna und ich uns noch Zeit"

23.02.2011 - 13:17
Natürlich ist Richard Klein eine Inkarnation von Little Richard. Ein gewisses Naheverhältnis wird ihm auch zu Herbert Knötzl ("Projekt X"/FM4) nachgesagt. Am Freitag beim Songcontest-Showdown, jetzt bei Niavarani.
© mamis

Michael Niavarani stellt Richard Klein seine relevanten Fragen.


Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Richard Klein

MN: Wie geht es Ihnen?

Gut

MN: Wie spät ist es?

09:42 Uhr.

MN: Wie ist das Wetter?

Es ist bedeckt.

MN: Wo sind Sie gerade?

Ich sitze vor dem Computer.


Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Musiker und Postler.

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Weder noch. Ich habe völlig unverhofft bei einem Seminar in Mistelbach während einer Kombination aus Trance und Tierreise die Seele und das Fleisch von Little Richard erhalten.

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Das ist eine rein hypothetische Frage für mich, weil ich keine ungerechtfertigten Misserfolge kenne: Der eigene ungerechtfertigte Misserfolg, weil ich den mehr zu verantworten habe.

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

Das Musizieren ist mein Leben. Das würde ich also sowieso machen. Die 20 Stunden bei der Post arbeite ich ja nicht aus ökonomischen Gründen, sondern um den Kontakt zu DIE Kollegen nicht zu verlieren und trotz meines unglaublichen Erfolges am Boden zu bleiben.


Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Nein, ich wollte nicht immer schon "vor dem Computer sitzen".

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Zunächst möchte ich den Song Contest gewinnen, dann mit Rihanna ein paar große Live-Touren machen und danach unsere Kinder geschützt vor der Öffentlichkeit groß ziehen.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Eher glücklich

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Nein, das "Glück ist ein Vogerl" ...

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Ich lebe den Moment. Was danach kommt, interessiert mich nicht. Das ist der Rock'n Roll, und das war bei mir schon immer so.

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

In dieser Verlegenheit war ich noch nie ...

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Ja, ich glaube schon, daß das vorgekommen ist ... ich sag' ja, reiner Rock'n Roll!!

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Z.B. Schreiben, Lesen, Rechnen, ...

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

"Phenomenon" mit Spud Bencer

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

I live my dreams. Und es hat mir immer Spaß gemacht.

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Mit solche Fragen beschäftige ich mich ehrlich gesagt nicht. Richard Klein ist aber ganz generell sicher kein Feigling.

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Siehe vorige Frage. Ich bin doch kein Nickermännchen ...


Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Entscheide mich für Variante 1. Weiß nicht, ob Unsterblichkeit so erstrebenswert ist ... Die Götter der Griechen haben die Menschen ihrer Endlichkeit wegen beneidet.

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Ja. Wenn ich das Interview beenden wollte, dann würde ich es beenden.

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Ich kann mein Schicksal prinzipiell schon selbst beeinflussen, aber es gibt genauso Dinge, die von mir überhaupt nicht beeinflussbar sind, z.B. dass ich Seele und Fleisch von Little Richard angenommen habe.

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Ja, ein Richard Klein hat in seinem Leben schon sehr viel Spaß gehabt, kann sein, daß das "an einem anderen Ort" nicht so gut ankommt ...

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Ich wusste das nicht und ich habe keine Erklärung dafür.

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

In diese journalistische Falle tappe ich Ihnen bestimmt nicht hinein! Ich habe ja noch gar keine Kinder. Damit wollen Rihanna und ich uns noch Zeit lassen.

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Beides kann wohl hilfreich sein.


Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Romantikurlaub auf den Malediven. Aber dort könnt' einem halt wieder relativ leicht etwas Attraktives zwischen die Beine laufen ...

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Ich versuche schon sehr lange, mein reales Sexualleben auf das Niveau meiner sexuellen Fantasien zu reduzieren. Aber es gelingt mir nicht.

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Nein.

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Nein, meinen Führerschein würde ich dafür nicht hergeben, vielleicht meinen Blutspendeausweis.

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Ganz leicht.

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Nein, das macht aber auch nichts.


Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Das sind Fragen ...! Damit kenne ich mich überhaupt nicht aus. Aber ich würde "Nein" tippen.

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

Das weiß ich nicht. Ich hoffe aber, daß sie an Attraktivität ihren großen Ministerkolleginnen aus vergangenen Tagen (Firnberg, Dohnal, Konrad, ...) nicht nachstehen wird!

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

Vielleicht gleich nach der ersten Frau als Bundeskanzlerin?!

MN: Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Das erkläre ich mir nicht.


Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

10:28 Uhr.

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Bis auf die allgemeinen fast alle.

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Wie spät ist es?

(Niavaranis Antwort folgt.)

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