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Niavaranis "Interview"-Gäste

Skero: "Ich bin kein Draufgänger, aber doch unerschrocken"

04.01.2011 - 12:40
Mitglied der Hip-Hop-Gruppe Texta hin, Bildhauerei- und Malerei-Student an der Akademie der Bildenden Künste in Wien her. Seit dem vergangenen Sommer ist er vor allem: Mister Kabinenparty ("geht scho gemma vuigas"). Skero meets Niavarani.
© Skero

Michael Niavarani stellt Skero seine relevanten Fragen.


Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Skero

MN: Wie geht es Ihnen?

Eh guad

MN: Wie spät ist es?

16:05

MN: Wie ist das Wetter?

Hat grad noch geschneit, jetzt wieder eher faad.

MN: Wo sind Sie gerade?

Wien, daham


Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Musiker, Texter , Grafiker......Künstler.

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Ich glaube eher zweiteres, is halt so passiert. Arbeit is es erst in den letzten Jahren geworden ..aber eh leiwand.

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Sicher zweiteres. Ich gönne jedem seinen Erfolg, selbst wenn er unverdient ist.

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

20%


Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Weiß nicht, wo ich immer hinwollte. Aber ich bin zufrieden und hab ja hoffentlich noch a bissl Zeit.

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Ein Häusl mit Garten und Badewanne wie auf meinem Cover, aber manche Träume dürfen sich eh nicht zu schnell erfüllen, die Vorfreude is meistens eh besser.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Glücklich - wenn man das in Wien überhaupt sagen darf.

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Ja, aber dann denk ich mir "das passt schon". Es gibt größere Stümper, die der Gesellschaft nichts geben und trotzdem ein dickes Sparbüchl in Liechtenstein haben.

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Ich versuche, von einem Tag zum nächsten zu leben, ich bin nicht sonderlich genuss- oder konsumsüchtig - leider ist mir das zu wenig, ich muss mich selbst verwirklichen. Angst hab ich nur, gute Feunde/innen zu verlieren.

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Kann schon passieren, aber is ja auch nicht schlimm, a bissl gschaftln, solang man den anderen damit nicht langweilt.

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Ich glaub, ich hab schlecht aufgepasst und selten aufgezeigt – außer, wenn ich aufs Klo musste.

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Sicher, vieles; z.B. soziales Verhalten, wie kann ich schlafen und trotzdem konzentriert wirken, Schmusen und Zeichnen auf meiner Tischunterlage, neben Schreiben & Rechnen.

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

"Wilde Eichhörnchen", Drehstart Mai 2011, Hauptrolle unter anderem ich söba, oder "Memoiren eines Riesen - der Film", mit Patrick Dewaere.

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Träume sind immer gut, ob erfüllt oder nicht.

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Eher der Vorgang an sich und dass ich bis dorthin das Leben noch nicht genug genossen habe.

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Ich bin kein Draufgänger, aber doch unerschrocken.


Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Auf jeden Fall ersteres, nicht jetzt wegen dem Geld, aber ich glaube, ewiges Leben wäre ein Horror.

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Dass es Menschen schaffen, sich selbst umzubringen.

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Ich glaube nicht, dass wenn ich nur sabbernd vor der Glotze hänge, mein Leben genau so verlaufen würde.

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Nein, da hab ich schon auf Erden drauf geschaut, dass i kann schaas bau.

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Weil er es nicht notwendig hat.

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Weiß nicht ... kommt drauf an, wer ermordet wurde und warum.

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Theorie und Praxis gehören immer zusammen.


Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Paartherapie in Thailand.

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Ich sehe eine Chance, auch mehrere. Aber um mir selbst zu widersprechen: Theorie und Praxis gehören nicht immer zusammen.

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Danach vor Glück vielleicht.

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Ich habe einen Führerschein, aber kein Auto. Es reicht mir schon, für guten Sex manchmal langweilige Gespräche ertragen zu müssen.

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Das geht schon, so hormongebeutelt bin ich dann auch wieder nicht. Oder so viele geile Frauen treffe ich dann auch wieder nicht.

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Is mir Wurst


Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Nein, gute Politik bräuchte wahrscheinlich keinen Krieg, aber bei so viel Sturschädln und machtgeilen Böcken/innen (die nun mal von der Politik angezogen werden) werden keine Waffenhändler verarmen.

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

Is mir bare (Wienerisch für "gleichgültig", Anm.) - Bundeskanzler/in hat eh nix zum Melden.

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

Üs Mür Würst.

MN: Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

30% is kein Randal, mehr - da sind wir schon mitten in der Scheiße.


Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

18:10

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Geht so.

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Bist du recht a Budarant?

(Niavaranis Antwort folgt.)

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