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Niavaranis "Interview"-Gäste

Alf Poier: "Je älter ich werde, desto jünger und hübscher werden meine Freundinnen"

19.02.2013 - 10:29
Alf Poier antwortet Michael Niavarani: Angewandte "Vielosofie" über vergängliches Glück, günstige Sterblichkeit, getarnte Bindungsangst und verwirrenden Genderwahn.
© Mani Hausler

Michael Niavarani stellt Alf Poier seine relevanten Fragen.

 

Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Alf Poier

MN: Wie geht es Ihnen?

Trotz der Tatsache, dass Weihnachten vor der Türe steht, überraschend gut!

MN: Wie spät ist es?

zu spät!

MN: Wie ist das Wetter?

gatschig

MN: Wo sind Sie gerade?

Hier

 

Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Alleinunterhalter

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Genau genommen hat mich die Liebe zu meiner Karriere zu meiner Arbeit geführt, die ich auch ohne Karriere verrichtet hätte - allerdings nicht so intensiv.

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Eigentlich stört mich der ungerechtfertigte Misserfolg eines Konkurrenten mehr, weil man dagegen nichts unternehmen kann. Da kann man nur tatenlos wie ein geschlagener Hund zusehen wie der andere seine ungerechtfertigten Lorbeeren einheimst. Am eventuellen eigenen Misserfolg kann man zumindest arbeiten.

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

Fünfzig Prozent. Aber das ist bei meinen Abgaben ohnehin bereits so. Fünfzig Prozent kassiert das Finanzamt! Ich protestiere!!!!

 

Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Ich hab in einem Kabarettprogramm einmal gesagt "alle Wege führen nach Rom – aber dort wollte ich nie hin". Mittlerweile gefällt mir Rom sehr gut, und ich bin genau dort wo ich immer hinwollte.

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Ziele haben aus meiner Sicht nicht zwingend etwas mit Status zu tun. Tatsächlich aber habe ich keine großen Ziele mehr. Natürlich schwebt mir noch das ein- oder andere Projekt vor, aber grundsätzlich wäre ich auch zufrieden wenn alles so bleiben würde wie es ist!

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Momentan fühle ich mich ziemlich glücklich. Allerdings macht mich diese Tatsache gleichzeitig auch schon wieder etwas traurig, weil ich weiß, dass Glück etwas sehr Vergängliches ist und mich auch wieder andere Zeiten erwarten. – Alles vergeht – nur die Vergänglichkeit bleibt. So ist das.

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Ja. Weil es sehr vielen Wesen auf dieser Welt ziemlich beschissen geht und ich in länger andauernden Glücksphasen dann sogar Schuldgefühle bekomme, weil es ausgerechnet mir so gut geht. Da schaltet sich dann mein Gerechtigkeitssinn ein und beginnt alles zu hinterfragen.

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Leider bin ich ein Mensch der sich über viele Dinge zu viele Gedanken macht. Deshalb habe ich es nie wirklich gelernt zu genießen. Ich hab das Gefühl, ständig produktiv sein zu müssen, und bekomme sehr schnell ein schlechtes Gewissen, wenn ich meine Zeit nicht sinnvoll nutze. Etwas zu genießen, fällt mir dann leichter, wenn ich zuvor etwas geleistet habe.

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Grundsätzlich Ja! Allerdings kann man nicht allen Menschen geistig dasselbe zumuten. Da wäre es dann vielleicht sogar besser, gewisse Dinge für sich zu behalten, ansonsten steht man am Ende noch selbst als Idiot da, nur weil einen keiner versteht. Davon könnte ich bereits ein Lied singen!

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Eher hätte ich auch dann noch aufgezeigt, wenn ich die Antwort nicht gewusst hätte.

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Man lernt immer für das Leben. Sogar in der Schule, auch wenn dort vieles am realen Leben vorbei geht. Aber alleine die Tatsache, dass ich lesen, schreiben und rechnen kann, hat mir für das Leben sehr viel gebracht.

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

Der Titel wäre wahrscheinlich derselbe wie der meiner "vielosofischen" Autobiographie "Mein Krampf". Die Hauptrolle würde ich selber spielen. Wäre ich jedoch krank oder verhindert, so wäre mir in der Hauptrolle auch Helge Schneider recht!

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Keines von beiden. Träume die noch immer unerfüllt sind, geben meinem Leben einen zukünftigen Sinn, und Träume, die bereits in Erfüllung gegangen sind, verursachen keinen Stress mehr. Traurigkeit kommt dabei jedenfalls nicht auf.

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Die Aussicht irgendwann einmal tot zu sein, stört mich eigentlich nicht. Als wehleidiger Mensch fürchte ich mich jedoch vor dem Vorgang des Sterbens. Sterben kann bestimmt ziemlich weh tun!

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Lieber mache ich mir im vorhinein mehr Sorgen und hab dann in weiterer Folge keine Probleme, als dass ich mir vorher keine Sorgen mache und dann nicht mehr weiß, wie ich mit dem ganzen Geflecht fertig werde. Wenn ich mir jedoch eine Angst aussuchen könnte, die ich gerne mehr unter Kontrolle hätte, dann wäre das meine Bindungsangst. Ich hab immer geglaubt, ich hab einen überdimensionalen Freiheitsdrang, letztlich aber steht dahinter lediglich die Unfähigkeit, mich binden bzw. festlegen zu können.

 

Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Unsterblich zu sein, wäre aus meiner Sicht eher eine Strafe als eine Belohnung, denn erst die Vergänglichkeit macht den Moment kostbar. So gesehen würde ich auch für 700 Euro monatlich sterblich bleiben. Sterblichkeit ist bei mir sehr günstig zu haben.

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Ich glaube eher, dass es umgekehrt ist. Nicht der Mensch besitzt einen Willen, sondern der Wille besitzt einen Menschen. Auch Schopenhauer sagte bereits: "der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen was er will!" Auch folgender Satz hat für mich eine große Aussagekraft: "Wenn alle Menschen frei sind, dann sind sie folglich zur Freiheit bestimmt. – Also sind sie schon wieder bestimmt obwohl sie eigentlich frei sind!" Für das alltägliche Leben aber empfehle ich trotzdem, von einem freien Willen auszugehen. Ansonsten dürfte man ja nicht einmal einen Mörder hinter Gitter bringen. Wenn niemand für seine Taten verantwortlich ist, dann kann man auch niemanden dafür bestrafen.

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Eher glaube ich, dass wir durch unsere Gene und die ständig im Leben passierende Konditionierung gelenkt werden. Da uns aber all dies nicht wirklich bewusst ist, haben wir das Gefühl, aus eigenem Ermessen heraus zu handeln, und das ist gut so!

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Durch meine christliche Erziehung hatte ich lange eine derartige Vorstellung. Mittlerweile allerdings ist diese zum Glück verschwunden. Ich versuche, gemäß meinem mir gegebenen Wesen zu handeln. Solange ich mir selbst in den Spiegel schauen kann, hab ich kein Problem. So gesehen bin ich mir selbst zum höchsten Richter geworden.

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Ein gutes Produkt braucht ohnehin keine Werbung. Kartoffeln, Brot und Wasser kaufen die Leute auch dann, wenn sie nicht durch geschicktes Marketing darauf hingewiesen werden. Ähnlich ist es mit dem Buddhismus. Wenn man sich mit vielen Religionen beschäftigt hat, dann wird man irgendwann erkennen, dass im Buddhismus noch am wenigsten schief läuft. Obwohl es auch da diverse Strömungen gibt, die mir zu dogmatisch sind. Was mir am Buddhismus am besten gefällt, ist die Tatsache, dass es sich dabei nicht um eine Glaubens- sondern um eine Erfahrungsreligion handelt. Man kann sozusagen selber herausfinden ob das, was geschrieben steht, auch stimmt. Andere Religionen hingegen stellen den Glauben über alles andere. Das, was geschrieben steht, wird als unantastbare Wahrheit ausgegeben, und fordert blinden Glauben. Da fühlt man sich als gebildeter, weltoffener und kritischer Mensch nicht sehr davon angesprochen. Das ist eher etwas für die blinde Masse!

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Bis jetzt habe ich noch keine Kinder und weiß nicht, wie weit Vaterliebe gehen kann. Aber ich würde mal sagen, dass das auch von den Umständen abhängt, wie dieser Mord begangen wurde und welche Motive dazu geführt haben.

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Ich glaube weder noch. Obwohl ich weiß, dass die Welt, so wie wir sie wahrnehmen, nur ein Konstrukt unserer Sinne ist, hat Wahrheit für mich etwas mit dem direkt gelebten Moment zu tun. Sobald sich jedoch das Denken einschaltet, ist es mit der Wahrheit ohnehin meistens vorbei. Denken – welches ja meistens in Begriffen denkt - ist nicht dazu geeignet etwas zu beschreiben, was sich außerhalb jeder Begrifflichkeit ereignet, und führt letztlich nicht zur Erkenntnis des eigenen Seins. Der Begriff "Unendlichkeit" z.B. lässt sich zwar kaum mit Worten beschreiben, aber man kann ihn sehr wohl erfahren. Sei es in einer Meditation oder auch nur beim Warten auf den nächsten Autobus. – Aber vielleicht liege ich damit ja falsch, und die Wissenschaft ist irgendwann doch in der Lage, alles in eine Weltformel zu pressen. Wäre mir aber auch recht.

 

Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Ich wäre da eher für den Romantikurlaub. Allerdings nicht dem alten Partner, sondern mit jemand neuen. Bis jetzt war mir das immer zu mühsam, an einer Beziehung zu arbeiten. Ich arbeite ohnehin schon genug. Aber vielleicht wäre das anders, wenn ich Kinder hätte und gemeinsame Schulden. Aber nur um das herauszufinden, leg ich mir jetzt bestimmt keine Kinder und gemeinsame Schulden zu.

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Nachdem ich diesbezüglich eine sehr karge Jugend hinter mir habe, kann ich mich momentan nicht beklagen. Ich bin vollauf zufrieden und durchaus zu beneiden! Je älter ich werde, desto jünger und hübscher werden meine Freundinnen.

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Nein! Ich würde eher dann weinen, wenn ich keinen hätte.

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Diese Frage ist mir ehrlich gesagt zu fick-tief! Darüber mache ich mir erst Gedanken, wenn ich das erste Angebot in dieser Richtung bekomme.

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Ich glaube, dass man speziell als Mann so etwas wie einen implantierten Nacktscanner mit sich trägt, der sich allerdings nicht abschalten lässt. Denn auch wenn ich denke "ich darf nicht daran denken, wie diese oder jene Frau nackt aussieht", denke ich ja schon wieder daran.

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Manchmal würde ich es mir sogar wünschen und manchmal wäre es mir eher peinlich!

 

Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Nur wenn das Leid, welches durch den Krieg verursacht wird, geringer ist als das Leid, welches der Krieg zu verhindern sucht. Grundsätzlich aber ist sicher ein Leben ohne Bomben und Granaten gesünder!

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

Beim derzeitigen Geschlechter- und Genderwahn bin ich mir ja nicht einmal mehr sicher, ob nicht der Faymann bereits eine Frau ist!

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

Bestimmt viele Jahre, bevor es einen türkischen Bundeskanzler mit österreichischem Namen gibt.

MN: Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Es gibt ja nicht nur einen rechten Rand, sondern auch einen linken. Denn gäbe es nur einen rechten, dann hieße das eigentlich, dass es links davon entweder nichts mehr gäbe, oder aber sich die Linke bis ins Unendliche ausdehnen würde. Wenn das aber wiederum so wäre, dann könnte es gar keinen rechten Rand geben, denn die Unendlichkeit hat ja keinen Rand. So bedingt eines das andere, und das ist gut so!

 

Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

Noch später

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Diese

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Sagt Ihr Hausverstand auch Billa? Glauben Sie, dass Mars wirklich mobil macht? Ist der Leiner nur meiner – oder auch ein wenig Ihrer? – Und überhaupt - wo geht's hier zu Kika?

(Niavaranis Antwort folgt.)

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