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Niavaranis "Interview"-Gäste

Scheuba: "Jetzt verstehe ich, wie es zu diesem Sex-Video in der U-Bahn gekommen ist!"

14.12.2010 - 14:46
Wer Florian Scheuba sät, wird Bissigkeit ernten. Sarkasmus satt gibt's aktuell im Rabenhof in seinem Erfolgsstück "Unschuldsvermutung" und - bei den Antworten auf "Niavaranis relevante Fragen".
© florianscheuba.at

Michael Niavarani stellt Florian Scheuba seine relevanten Fragen.


Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Florian Scheuba

MN: Wie geht es Ihnen?

Gut

MN: Wie spät ist es?

15h48

MN: Wie ist das Wetter?

Wechselhaft

MN: Wo sind Sie gerade?

Bei mir


Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Gute Frage.

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Ganz eindeutig Zweiteres.

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Ganz eindeutig Zweiteres, schon allein deshalb, weil ich niemanden als "Konkurrenten" empfinde.

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

Konstant schwankend zwischen 52,47985 % und 53,20639%


Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Befinde mich vor einem Computer-Bildschirm, und beantworte einen Fragebogen von Michael Niavarani. Es besteht also noch Optimierungspotential.

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Spazieren gehen zum Beispiel würde mir im Moment deutlich besser gefallen.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Eher sehr glücklich.

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Offensichtlich rechnest Du damit, dass niemand Frage 3 mit "unglücklich" beantwortet. Wie kannst Du das rechtfertigen?

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Ich versuche möglichst bewusst im Jetzt zu leben. "Carpe diem" ist eine Binsenwahrheit, aber trotzdem eine Wahrheit.

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Wenn es sich um die Telefon-Protokolle von Grasser, Meischberger und Plech handelt: Ja. Aber die haben wiederum nichts mit Bildung zu tun.

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Das setzt voraus, dass ich bei der betreffenden Frage zugehört hätte, was nicht so oft der Fall war, weil ich im Bankfach gelesen habe oder mit meinem Sitznachbarn die österreichische Fußballmeisterschaft ausgewürfelt habe.

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Die Bankfach-Lektüre war literarisch durchaus wertvoll.

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

Egal, nur nicht "Ex" oder "Vitasek?"

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Weder das eine, noch das andere.

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Beides klingt im Moment nicht sehr verheißungsvoll, beim Tot-sein kommt noch ein gewisses Informations-Defizit über die genauen Umstände dazu.

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Siehe Frage 5. ("Carpe diem", Anm.)


Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Bitte? Ich habe drei Kinder! Wie soll ich da mit 700 Euro im Monat unsterblich werden?

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Die Tatsache, dass ich noch immer nicht spazieren gehe, nur weil mein freier Wille Sascha Bem (Chefredakteur relevant.at, Anm.) und Michael Niavarani glücklich machen möchte.

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Ein Gott, der mich lenkt, müsste dass dann auch mit Dieter Bohlen, Florian Silbereisen und Karlheinz Grasser machen. Diese Vorstellung ist pure Blasphemie.

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Mein Gott, vielleicht gibt es ja auch eine Belohnung...

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Stimmt so nicht, Rapid ist diesbezüglich auch nichts vorzuwerfen.

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Solange mein Kind erklärt, dass es sich um einen "Jagdunfall" gehandelt hat und es zuvor beim "Eurofighter"-Ankauf mitgemischt hat, braucht man in Österreich gar nix verschwinden lassen.

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Nur durch beides. Philosophie und Naturwissenschaft sind am Interessantesten, wenn sie einander befruchten.


Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Malediven!!!

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Hier erfüllt sich Gott sei Dank öfters der Begriff "deckungsgleich" in all seinen Bedeutungen.

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Ich finde ja schon Schwitzen fragwürdig.

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Danke, jetzt verstehe ich endlich, wie es zu diesem Sex-Video in der Wiener U-Bahn gekommen ist!

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Also mit einem attraktiven Mann fällt mir das sehr, sehr leicht.

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Glaubst Du, er oder sie hat keine anderen Sorgen?


Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

An sich nein, aber man müsste den Begriff "politisches Ziel" vorher klären.

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

Einerseits: hoffentlich bald. Andererseits: Laura Rudas? Maria Fekter? Wollen wir das wirklich erleben?

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

Wenn Attila Dogudan Maria Fekter heiratet. Oder Veli Kavlak Laura Rudas. Aber wollen die das wirklich erleben?

MN: Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Weil überforderte Menschen in einer immer komplexer werdenden Welt nach vereinfachten Erklärungen und Sündenböcken suchen. Problematisch wird es, wenn der Rand in die Mitte wächst. Das ist ähnlich grauslich, wie ein schmutziger Hemdkragen, dessen Speckschicht schon nach außen wuchert.


Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

16h25

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Die Frage nach dem türkischen Kanzler, weil ich jetzt beim nächsten Rapid-Spiel bei der ersten Aktion von Veli Kavlak an Laura Rudas werde denken müssen.

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Wie ist das, wenn man nur mehr "...ääähhh" sagen muss, und die Zuschauer brechen bereits vor Lachen nieder? Macht Dich das noch glücklich?

(Niavaranis Antwort folgt.)

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