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Niavaranis "Interview"-Gäste

Reinhard Nowak: "Gelernt, mich als kleinster in der Klasse durchzusetzen"

03.11.2010 - 11:13
Warum Reinhard Nowak als Knirps begann, andere zum Lachen zu bringen, warum Verhütungsgels zum Heulen sind und warum er im Vindobona (ab 17.11. mit "Mama") und nicht im Burgtheater auftritt.
© Reinhard Nowak

Michael Niavarani stellt Reinhard Nowak seine relevanten Fragen.


Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Reinhard Nowak

MN: Wie geht es Ihnen?

Passt eh

MN: Wie spät ist es?

7 h 48

MN: Wie ist das Wetter?

Schiach

MN: Wo sind Sie gerade?

Zuhause vorm Computer


Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Kabarettist oder Schauspieler, aber egal, fürs Burgtheater werd ich eh nicht engagiert.

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Leider nicht gezielt, ich hab alles eher auf mich zukommen lassen, also sagen wir die Liebe!

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Da ich an und für sich nichts jemandem neidig bin, ärgere ich mich mehr über meinen eigenen, natürlich ungerechtfertigten Misserfolg. Weil ich mir denke, ich bin mindestens genauso gut wie der Niavarani, und wieso bitte hab ich weniger Publikum ;-)

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

Ich hab nur den einen Job, also hängts vom Gesamteinkommen ab. Aber ein paar Prozent würdens schon sein.


Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Ich glaub schon, hab aber nie genau gewusst, wo ich hinwill.

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Einmal so viel verdienen, ohne dass es anstrengend ist, so dass ich mir keine Sorgen mehr über meine Zukunft machen muss.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Eher glücklich

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

So viel Glück hab ich jetzt auch wieder nicht!

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Ich genieße schon das Heute, denn morgen könnts ja vorbei sein. Ich denk aber trotzdem auch an übermorgen. Ich glaub, dass ich immer so war.

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Nein, außer es ärgert mich jemand mit seiner Dummheit. Auf der Bühne bin ich sowieso lieber der Blöde als der Gscheite. Man will ja den Menschen einen Spiegel vorhalten, und das geht als Blöder leichter. Es gibt ja nachweislich mehr blöde Menschen ;-)

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Ich hab nie aufgezeigt

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Sich als kleinster in der Klasse durchzusetzen. Ich habe mir Respekt verschafft indem ich die anderen zum Lachen gebracht habe. Heute kann ich zum Glück davon leben.

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

"Der Nowak lässt mich nicht verkommen!" Ich glaub, das könnte aber nur ich überzeugend spielen, aber wenns wer anderer sein muss: Steve Martin

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Ersteres

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Als Kind hatte ich fürchterliche Albträume, dass, wenn ich tot bin, ich für immer und ewig irgendwo herumschwebe, und dass dieser Zustand niiiieee aufhört! Heute hab ich eher vor dem Sterben selbst Angst, weil es fürchterlich sein muss zu denken, dass bald alles vorbei ist und man möglicherweise schmerzlich vermisst wird.

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Nein, ich ich bin da sehr rational. Ich hab zurzeit zum Glück wenig bis gar keine Ängste.


Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Ganz eindeutig für die erste! Was hat man vom ewigen Leben, wenn man sich überhaupt nichts leisten kann! Naja, außer ich werde zufällig irgendwie erleuchtet und brauche nicht mehr als Luft zum Atmen und eine warme Mahlzeit am Tag!

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Ja, den Willen zu leben, sonst würds nicht so viel von uns geben!

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Ich glaube das Schicksal hat mich gestaltet.

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Nein

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Weil der Buddhismus sich auf die Ergründung des eigenen Bewusstseins konzentriert und das Ziel hat, menschliches Leiden zu beenden, im Gegensatz zum Katholizismus, dessen Grundsatz eher das Quälen von Menschen ist! Der Buddhismus ist, glaub ich, auch die einzige friedliche Religion, eben weil sie nicht missioniert.

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Ja

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Ich glaub, ich müsste nachforschen, denn ich weiss viel zu wenig, da hätte nachdenken nicht viel Sinn!


Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Ich glaub, wenn eine Beziehung nicht mehr funktioniert, kann man sie im Urlaub auch nicht mehr retten, da geht man sich doch noch mehr am Oasch!

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Im Moment sehr groß, da wir eine kleine Tochter haben und der Sex sehr selten geworden ist.

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Ja, da hatte eine Frau irgendein seltsames Verhütungsgel verwendet, und mein Penis hat zu brennen und jucken begonnen, da musste ich weinen weil ich aufhören musste!

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Na so wichtig ist Sex jetzt auch wieder nicht...

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Das ist schon sehr schwer, aber es geht, wenn man sich konzentriert...

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Ich hoffe!


Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Nein

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

in 10

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

in 30

MN: Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Ich kann mir das nicht erklären, außer dass es überall Idioten gibt.


Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

12 h 38, war aber mit meiner Tochter zwischenzeitlich am Spielplatz.

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Ich hab alle beantwortet

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Was machst du mit deinem ganzen Geld ;-)

(Niavaranis Antwort folgt.)

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