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Niavaranis "Interview"-Gäste

Paulus Manker: "Reich wird bei uns man nur als Kabarettist"

19.02.2013 - 10:28
Warum kommt kein medialer Beitrag über Paulus Manker ohne die Etiketten "Enfant terrible" oder "Provokateur" aus? Im Dialog mit Niavarani gibt sich das Vollblut-Theatertier handzahm. Fast.
© Franz Neumayr / picturedesk.com

Michael Niavarani stellt Paulus Manker seine relevanten Fragen.

 

Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Paulus Manker

MN: Wie geht es Ihnen?

Danke, schlecht. Aber immer noch besser als morgen.

MN: Wie spät ist es?

erst Viertel.

MN: Wie ist das Wetter?

Schneenockerl bei einbrechender Dunkelheit

MN: Wo sind Sie gerade?

Bei der Sache, ehrlich!

 

Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Blender, vor allem im anglosächsischen Raum.

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Na, was glauben Sie?

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Ich habe keine Konkurrenten, nur Bewunderer.

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

Ich bekomme für 80% von dem was ich mache, ohnehin kein Geld, weil mich die lieben Subventionsgeber kurz halten und sich darauf verlassen, dass ich mich und andere ausbeute. Und so ist es auch. Reich wird bei uns man nur als Kabarettist.

 

Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Heimat ist, wo noch niemand war. (Elfriede Jelinek)

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Ihre Fragen werden immer blöder. Ich mach mal trotzdem weiter.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Der Eher-Verlag (Franz Eher Nachfolger GmbH) war der Zentralverlag der NSDAP.

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Das Glück is a Vogerl, gar liab, aber scheu, es lasst si schwer fangen, aber fortg'flogn is glei...

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

"Werd ich zum Augenblicke sagen 'Verweile doch, du bist so schön' – dann magst du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern zugrunde gehn."

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Wissen ist Macht.

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Ja, als ich im Religionsunterricht onaniert habe. Da ging's grad nicht.

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Dass Mädchen anders ausschauen als Buben. Und dass das bisweilen ganz erbaulich ist.

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

"Was gibt es Neues?" ist der Titel. Und ich wünsche mir Sie, Herr NIVEArini, in der Hauptrolle.

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Die Alkoholrechnung macht mich traurig, die nach dem Träumen immer auf dem Tisch liegt.

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Sterben hat immer Vorgang, vor allem wenn er von rechts kommt.

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Angst ist mein Beruf. Ich lebe davon.

 

Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Das Leben hat bereits für mich entschieden: 1

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Des Menschen Wille ist leicht und lenkbar. Maria Fekter.

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Im Moment lenkt mich ein für mich ungewöhnlicher Gehorsam, die Fragen hier zu beantworten. Wenn das Gott sein sollte, dann pfiat' di Gott!

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Das klingt aber gar nicht gut...

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Weil Buddhisten meist klein sind und schmächtig und sie daher die Missionarsstellung besonders gut und leicht ausführen können, ohne den Gegner mit ihrer Überzeugung zu erdrücken.

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Inklusive Kind, ja.

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Durch Gewissenserforschung natürlich. Beichtzettel, Sie wissen schon. Und dann greift einem der Beichtvater aufs Lulu. Erstklassiger Deal.

 

Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Therapie für sie, Urlaub für mich.

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Ich arbeite eifrig daran, werde aber immer öfter als Schwein bezeichnet.

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Wenn er schmutzig war, ja.

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Sie fährt?

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Bei Maria Rauch-Kallat ist es mir gelungen. War aber schwer.

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Bitte fragen: maria.rauch-kallat@frauen.oevp.at

 

Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Muss ich jetzt wirklich Clausewitz zitieren?

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

Sie meinen, die Transsexuellen, die das bisher gemacht haben, waren nur Zwischenlösungen?

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

Sobald Strache mit seiner Steinschleuder den Richtigen getroffen hat. Es funktioniert übrigens wie mit dem Brautstrauß. Nur umdrehen muss er sich halt.

MN: Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Ich habe immer dafür plädiert, dass die Erde eine Scheibe ist.

 

Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

schon Halb vorbei!

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

- :) (können Sie dieses Zeichen drucken? Sonst nehmen Sie bitte den Stinkefinger.)

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Was bekommen Sie bezahlt, Herr Niavarani, um das hier mitzumachen? Ich bekomm 1000 Euro für das Interview.

(Niavaranis Antwort folgt.)

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