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Karl Hohenlohe: "Faymann klingt schon sehr türkisch"

21.10.2010 - 11:51
Karl Hohenlohe ist von Beruf Autor, Kolumnist und Herausgeber des Gault Millau Österreich. Dachten Sie. Mit diesem und anderen Irrtümern räumt er auf. Wussten Sie, dass sterben tödlich ist?
© Milenko Badzic / First Look / picturedesk.com

Michael Niavarani stellt Karl Hohenlohe seine relevanten Fragen.


Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Karl Albrecht Hubertus Maria H.

MN: Wie geht es Ihnen?

Ganz gut

MN: Wie spät ist es?

11, gerade aus

MN: Wie ist das Wetter?

ok

MN: Wo sind Sie gerade?

In meinem Büro in Wien


Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Freischwimmer

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Zweiteres

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Beides ärgert mich nicht (mehr).

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

70 %


Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Nein

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Ich würde mich gerne beruhigen.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Eher etwas glücklich

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Nein

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Glück genießen? Da könnte ich noch dazu lernen

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Nein

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Nein, aber ich habe selten eine Antwort gewusst.

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Schlechtes Englisch

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

"Kaspar Hauser" Titelrolle: Luis Trenker

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Die Vorstellung ist immer wesentlich interessanter als die Erfüllung.

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Der Vorgang des Sterbens ist meist tödlich, also habe ich mehr Angst vor dem Vorgang des Sterbens.

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Habe ich keine größeren Probleme.


Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Ich nehme das Geld, weil unsterblich ist ja nur dann interessant, wenn es die anderen auch sind.

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Jogging

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Ob ich an Gott glaube? Natürlich, man muss immer an sich selbst glauben.

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Angst nicht aber ich bin in größter Sorge.

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Weil sie sich selbst genügt.

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Ich glaube nein, kann es aber nicht sicher sagen.

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

100 Prozent durch Nachdenken


Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Ich würde den Therapeuten auf die Malediven mitnehmen.

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Ich bin zufrieden, aber es kommt ja nicht nur auf mich an.

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Jedes Mal, meine Frau ist auch schon so wahnsinnig genervt.

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Ich würde nur mehr öffentlich verkehren.

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Es geht ganz gut.

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Nein


Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Nein

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

In 411 Jahren

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

Faymann klingt schon sehr türkisch

MN: Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Weil leider einfach niemand vor Neid gefeit ist.


Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

23 Uhr 46

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Die "Mein Kind ist ein Mörder"-Frage

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Verabscheuen oder verehren Sie mich?

MN: Ich verehre Sie selbstverständlich, mein Hochverehrtester! Wie könnte man jemanden, der mit solch einer Feinsinnigkeit über die stumpfsinnigsten Dinge schreiben kann, verachten. Ich wüsste es nicht. Die einzige Kritik, die ich vielleicht anbringen darf: Ihre Kolumne ist mir meist zu kurz!

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