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Niavaranis "Interview"-Gäste

Robert Palfrader: "Meine Profilierungsneurose ein wenig besser verbergen"

19.02.2013 - 10:30
Vom Wirten zum Schauspieler und Autor. Und Palfrader residiert mit "Wir sind Kaiser" ab 26.10. wieder auf dem ORF-Quotenthron. Wie ihm das passiert ist, weiß er allerdings selbst nicht.
© Hans Leitner / First Look / picturedesk.com

Michael Niavarani stellt Robert Palfrader seine relevanten Fragen.

 

Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Robert Heinrich Palfrader

MN: Wie geht es Ihnen?

Sehr gut

MN: Wie spät ist es?

14:16

MN: Wie ist das Wetter?

Sonnig und kalt

MN: Wo sind Sie gerade?

In meinem Büro

 

Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Unterhaltungshandwerker

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Die Karriere ist mir passiert. Ich weiß auch nicht genau, wie.

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Weder das eine noch das andere

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

Diesen Fragebogen auszufüllen ist zum Beispiel nicht besonders lukrativ ...

 

Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Angesichts der Tatsache, dass ich nie Pläne gehabt habe, irgendwann irgendwo zu sein, nein!

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Ich glaub nicht mehr an Ziele. Ich denke, dass Ziele nur vom Weg ablenken.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Eher sehr, sehr glücklich.

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Nein, ich bin kein Katholik. Das war doch die Frage, oder?!

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Ja und ja.

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Leider ja. Ich wünschte, ich könnte meine Profilierungsneurose ein wenig besser verbergen.

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Ja.

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Unbedingt! Zum Beispiel, was man in einer katholischen Privatschule unter Nächstenliebe versteht.

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

"Der Film vom Leben jenes Mannes, welcher nicht wollte, dass sein Leben verfilmt wird". Wäre schön, wenn der Film ausschließlich in der Subjektiven gedreht werden würde und Ludwig Hirsch den Erzähler machen würde.

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Ich habe schlechte Erfahrungen mit Träumen, die in Erfüllung gegangen sind, gemacht; aber traurig machen sie mich nicht.

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Weder noch - wenn es nicht zu bald sein muss.

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Vor Dingen hab ich noch nie Angst gehabt.

 

Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Definitiv die Milliarden. Ich hab lange Zeit von ca. 700 Euro leben müssen. Außerdem macht mir die Vorstellung ewig zu leben ein wenig Angst!

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Nein! Der Beweis kommt aus der Physik: auf jede Aktion folgt eine Reaktion.

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

NEIN!!!

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

NEIN!!!

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Weil man als Buddhist weiß, dass es eh wuascht ist. Der Buddhismus ist quasi die Schweiz der Religionsgemeinschaften.

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Ja! Nein! Ja! Nein! Keine Ahnung ...

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Ich glaube, dass jemand wie ich der Wahrheit nur näher kommen kann, wenn die Wahrheit zu mir kommt.

 

Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Ich würde alles tun, um meine Beziehung zu retten! Außer einer Paartherapie und einem Maledivenurlaub.

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Ich versuche, meine Fantasie gerade meinem aktuellen Sexleben anzupassen.

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Nein.

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Wo kann ich unterschreiben?

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Sehr leicht. Ich komme auch in Gedanken immer viel zu früh.

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Es ist wahrscheinlich an meinen entspannten Gesichtszügen abzulesen.

 

Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Nein!

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

Vielleicht schon bald.

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

Wenn er ausländerfeindlich ist – bald.

MN: Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Weil es immer Menschen geben wird, die gegen ihr eigenes Leben protestieren, indem sie andere dafür verantwortlich machen wollen.

 

Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

14.43 Uhr

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Die mit dem Mord ...

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Wieso sind wir plötzlich per Sie und warum rufst du nie zurück, du Koffer?

Heast! Der Fragebogen is ja nicht nur für Dich, den kriegen auch andere Menschen und zweitens, ich hab deine Nummer in meinem alten Handy, und das hab ich ja verloren, und im ORF heben sie nicht mehr ab, wenn ich anrufe.... bitte sende Deine Nummer wieder, damit ich dich wegdrücken kann, Dein Nia!

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