Wien Wolkig Nebel 24.4°C
Quelle: ZAMG

Bildergalerien

rssFeed
14:15
Niavaranis "Interview"-Gäste

Rick Kavanian: "Man muss nicht schreien, um gehört zu werden"

11.10.2010 - 10:24
Rick Kavanian ist eine große Nummer im deutschsprachigen Showgeschäft. Wer kennt nicht seine Auftritte mit Bully Herbig? Ähnlich klamaukig: der Grund, warum er doch nicht Kunstturner wurde!
© Gerald von Foris

Michael Niavarani stellt Rick Kavanian seine relevanten Fragen.


Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Rick Kavanian

MN: Wie geht es Ihnen?

Schlecht, ich war gestern noch in Istanbul bei 30 Grad, Baklava essen und türkischen Mokka trinken. Jetzt sitze ich zu Hause am Küchentisch und trinke sogenannten italienischen Espresso mit bayerischem Leitungswasser.

MN: Wie spät ist es?

17:34 am 28.09.2010

MN: Wie ist das Wetter?

Schlecht bei 10 Grad.

MN: Wo sind Sie gerade?

Wir haben nur einen Küchentisch.


Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Komiker.

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Weder noch, ich wollte Kinderarzt werden bis Bully Herbig mich überzeugte, dass Komiker der klar bodenständigere Beruf ist.

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Ich versuche nicht zu vergleichen und versuche auch nicht zu bewerten, deswegen sind mir beide Fragen fremd. Allerdings bleibt es meist beim Versuch.

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

100%, ich kann ja nix anderes.


Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Ich wollte nirgendwo hin.

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Gelassenheit und spirituelle Entwicklung sind Ziele.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Ich bin glücklich.

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Nein.

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Ich war nicht immer so, aber die Beschäftigung mit Meditation hat mich schon beeinflusst. Nachhaltig.

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Wenn ich Menschen dadurch helfen kann, gerne. Es geht mir aber dabei explizit nicht um mich.

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Das hätte damals durchaus zu mir gepasst aber ich weiß es nicht mehr.

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

(Keine Antwort.)

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

“Entertaining myself“ in der Hauptrolle: mein Vater, der mich mit Sicherheit um Jahrzehnte überleben wird.

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

(K.A.)

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

(K.A.)

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Es wird nach und nach besser. Da hilft die Meditation ganz gut.


Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Sterblich bleiben ist angesagt.

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

(K.A.)

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

(K.A.)

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Nein.

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Man muss nicht schreien, um gehört zu werden. Die Entwicklung ist langsam aber stetig. Zum Glück.

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

(K.A.)

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Weder noch. Ich denke, dass es Menschen gibt, die nach unseren Kriterien weder besonders belesen noch besonders reich sind, aber wissen, dass sie durch ihre volle Gegenwärtigkeit der Wahrheit sehr nahe sind.


Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Eine Paartherapie auf den Malediven klingt sehr versöhnlich.

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Da hab ich endlich mal was Großes im Leben, warum soll ich das verkleinern wollen?

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Nein, wobei mir Tränen der Verzweiflung über besonders akrobatische Einlagen durchaus vertraut sind. Als Kind war ich Kunstturner, musste dann aber bedingt durch mein Übergewicht ausscheiden, weil ich wiederholt beim Saltoabgang am Hochbarren mit den Gonaden auf den Holm donnerte.

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Nein.

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Kein Problem.

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Das weiß ich nicht.


Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Nein.

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

(K.A.)

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

(K.A.)

MN: Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

(K.A.)


Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

19:41 am darauffolgenden Tag.

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Alle nicht beantworteten Fragen.

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Ob Sie Lust hätten, die von mir nicht beantworteten Fragen bei einem 4-Augen-Gespräch, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, zu bereden.

MN: Sehr gerne, wann haben Sie Zeit?

Home
Meinung
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech