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Niavaranis "Interview"-Gäste

Martin Zrost: "Nachdenken? Nachforschen? Nachschenken!"

04.01.2012 - 16:42
Trio Lepschi II: Multiinstrumentalist, Sänger und Wissensdurstiger - Martin Trost.
© Extraplatte

Michael Niavarani stellt Martin Zrost seine relevanten Fragen.


Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Martin Zrost

MN: Wie geht es Ihnen?

Solala

MN: Wie spät ist es?

9:32

MN: Wie ist das Wetter?

Solala

MN: Wo sind Sie gerade?

Zuhause


Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Musiker

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Ich plane, meine Karriere schon bald zu beginnen. (Nächste oder übernächste Woche –spätesten im Mai!)

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Hab‘ schnell im Duden nachgeschaut; Erfolg: positives Ergebnis einer Bemühung; Eintreten einer beabsichtigten, erstrebten Wirkung - Misserfolg: [unerwartet] schlechter, enttäuschender, negativer Ausgang einer Unternehmung o.Ä.
Will sagen: oft ist das mit dem Erfolg oder dem sogenannten Gegenteil gar nicht so leicht zu beurteilen (gerade mittel- oder langfristig).

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

Welches Geld??


Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Kann mich nicht mehr so genau erinnern.

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Ich hab so unglaubliche Ziele – das würd ich nie irgendwo hinschreiben.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Ersteres, nein Zweiteres, nein Ersteres, nein Zweiteres, nein Moment, Ersteres, nein stop, halt, jetzt weiß ich´s: Zweiteres, oder eigentlich… eigentlich eher.

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Nein (weiß nicht)

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Wenn Glück sowas wie Inspiration ist, dann hoffe ich doch immer sehr, dass es so bleibt. Angst hab ich nicht wirklich. Und: "Nein das war nicht immer so". Wenn Glück sowas wie Liebe ist dann scheiß' ich mir in die Hosen, und das war schon immer so.

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Manchmal schon (je nach Tagesverfassung).

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Ja, manchmal hab ich aber auch aufgezeigt, wenn ich nichts wusste.

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Jede Menge! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Was für eine Frage? Lesen, schreiben, rechnen, schmusen, saufen…

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

Keine Ahnung. "Reblaus II - the Return", Jean-Claude van Damm.

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Zweiteres.

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Da stellt sich gleich einmal die Frage: wie? - "Stirb langsam II" (wäre auch ein guter Titel für die Verfilmung meines Lebens gewesen - vielleicht besser: "Stirb ganz langsam III" mit Juppi Heesters), da könnt' man sich schon ordentlich fürchten, weil das kennt man ja leider ein bisschen von anderen. Das Totsein jagt mir keine Angst ein – da kenn ich mich nicht aus. (Kennt sich ja keiner aus!)

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Ja! Z.B. ist noch genug Wein da? Etc. Nein, ist eh meistens genug da!


Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Ich würde gern den Grund erfahren, warum nicht steinreich und unsterblich möglich ist. (Welche gute Fee macht denn sowas?) - Ich hab keine Ahnung, wie sich mehrere Milliarden anfühlen – noch weniger weiß ich, was unsterblich sein heißt. Da nehm' ich lieber die Milliarden.

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Ja besitzt er!! Ich werde diesen Fragebogen nicht zu Ende… (Scherz)

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Hier ist Platz für Chuck Norris Witze:
Was ist der Unterschied zwischen Gott und Chuck Norris? Gott kennt Gnade…
Gott sprach: "Es werde Licht!" Chuck Norris sprach: „Sag': 'Bitte'!“
Chuck Norris glaubt nicht an Gott, Gott glaubt an Chuck Norris…

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Wenn's nur nicht hier ist! Und wenn's woanders ist: hoffentlich kennt mich keiner! Mein Gott – der Kathole in mir !

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Das ist keine Glaubens-, sondern eine Wissensfrage. (Abschnitt Leben/Frage 6: Tagesverfassung!) Zuerstmal: der frühe Buddhismus war auch missionarisch unterwegs. Und dann: Buddhisten dürfen (wollen) ihre Lehren nicht mit Gewalt oder unter Androhung von Gewalt (=Mission) verbreiten. Es wird nur missioniert (unerrichtet), wer die Lehren hören will. (Ziemlich suppi!)

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Ja - außer ich wäre das Opfer.

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

-Durch Nachschenken!


Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Zuerst Paartheraphie, dann Urlaub (Südsteiermark).

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Ich hasse Fragen, die schon die Antwort beinhalten. (Riesig/nein.)

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Haben Sie schon einmal während eines Begräbnisses gevögelt?

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Jetzt nicht wirklich die Frage: Haben Sie lieber super Sex, oder fahren Sie lieber mit dem Auto??????????

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Können Sie die Frage vielleicht anders formulieren, oder vielleicht nicht anders, sondern schneller, oder nein - 'Tschuldigung - jetzt bin ich bissl durcheinander, haben Sie mich gerade was gefragt? – Ich war grad mit meinen Gedanken ganz woanders… - Na geht schon. Also meistens jedenfalls schon, glaub ich - und wenn nicht, merk ich´s eh nicht.

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Wenn ich das schon nicht mitkrieg', wie soll er (die Gesprächspartnerin) das merken?


Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Nein. Außer - ähm – nein, Blödsinn. Nein!!

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

Wer? Die Fekter?? Zeit lossn! Zeit lossn!

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

Wie ist die Quote? Ich sag in 22.

MN: Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Wahrscheinlich hat man die Idioten zu lange links liegen gelassen.


Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

Schon gekocht, schon gegessen, 13:48.

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Sag ich nicht.

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Eigentlich alle, schicken Sie mir bitte Ihre Antworten.

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