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Niavaranis "Interview"-Gäste

Tomas Slupetzky: "Nicht sterben können ist die Höchststrafe"

04.01.2012 - 16:39
Trio Lepschi III: Komponist, Gitarrist, Sänger - Tomas Slupetzky.
© Extraplatte

Michael Niavarani stellt Tomas Slupetzky seine relevanten Fragen.


Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Tomas Slupetzky

MN: Wie geht es Ihnen?

Wie viel Zeit haben Sie denn?

MN: Wie spät ist es?

15:09

MN: Wie ist das Wetter?

Feucht, grau und zu warm für die Jahreszeit…

MN: Wo sind Sie gerade?

Zuhause


Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Schmähführer und Musiker

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Weder noch. Ein Schritt hat halt den nächsten ergeben.

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Mich ärgert keines von beiden – mich erstaunt höchstens der eigene ungerechtfertigte Erfolg…

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

Ca. 70. (Und so ist es auch.)


Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Ich wollte immer wieder woanders hin.

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Ich habe noch ein großes Ziel: ein leichter Tod ohne Schmerzen.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Ja

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Nein. Und für mein Unglück auch nicht.

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Ich bin froh, dass es (allen Versuchen meiner Umwelt zum Trotz) nicht gelungen ist, mich mit Angst zu durchimpfen.

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Wer weiß, spricht nicht, wer spricht, weiß nicht.

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Zumeist.

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Dass die Raubtiere in der Überzahl sind. Egal, wo.

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

"Der schon wieder!" Donald Duck.

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Weder noch. Ich liebe Träume (außer Alb-).

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Weder noch. Ich habe Angst vor der Todesangst – ich möchte lieber von hinten erschossen werden als von vorne…

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Siehe Frage 5 (bin noch nicht mit Angst duchimpft).


Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Unbedingt 1. Nicht sterben können ist die Höchststrafe.

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Nein. Ich halte das Konzept des Laplace’schen Dämons für plausibel.

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Weder noch. Siehe vorige Frage.

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Mir reicht es schon, mich hier verantworten zu müssen.

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Ich vermute, weil er sich nicht auf eine Gottheit beruft.

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Wenn ich diese Frage beantworte, sind damit alle Möglichkeiten in Zukunft verbaut.

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Welcher Wahrheit? *g*


Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Das würde ich nicht im Alleingang entscheiden.

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Ich habe ihn vergrößert – es war zu anstrengend…

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Nein, aber nachher.

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Ich habe mich vor 11 Jahren entschlossen, den Rollstuhl zu verlassen und mich wieder meiner Gehwerkzeuge zu bedienen. Seit damals wurde auch der Sex besser.

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Mit zunehmendem Alter ist das immer häufiger so.

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Kommt wahrscheinlich darauf an, was sie sich gerade vorstellt.


Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Nein – aber es geht ja auch nur um Kapitalanhäufung.

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

Wo wäre der Unterschied?

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

Wir hatten schon z.B. tschechische Namen, wo wäre der Unterschied?

MN: Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Wir stehen am Rand des Abgrundes. Morgen sind wir schon einen Schritt weiter.


Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

15:39

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Diese.

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Wie geht es Ihnen?

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