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Niavaranis "Interview"-Gäste

Artur Worseg: "Ich habe Angst vor Wiedergeburt in ein schlechteres Leben"

10.04.2014 - 19:41
Wie würde der prominente Chirurg seine Lebensverfilmung betiteln? "Busengrapschen leicht gemacht". Kokett. Und "leicht"? Immerhin gilt Worseg als Workaholic, Niavarani antwortet er per Diktat im Auto.
© Seitenblicke Magazin / SBM / picturedesk.com

Michael Niavarani stellt Artur Worseg seine relevanten Fragen.

 

Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Artur Worseg.

MN: Wie geht es Ihnen?

Gut.

MN: Wie spät ist es?

18:18 Uhr

MN: Wie ist das Wetter?

Super.

MN: Wo sind Sie gerade?

Im Auto.

 

Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Arzt.

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Gezielt gearbeitet.

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten. Ungerechtfertigten Misserfolg gibt es nicht.

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

20%.

 

Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Ja.

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Mein großes Ziel ist erreicht. In Zukunft auf der Suche nach kleinen Zielen.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Glücklich.

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Ja – Reflexionen des Umfeldes.

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Ich genieße mein Glück im Wissen, dass es sich jederzeit ändern kann. Das war nicht immer so, sondern ist offensichtlich schon eine Alterserscheinung.

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Mache ich in der Regel nicht, habe aber selten das Gefühl dass ich um vieles mehr gebildet sei als meine Umgebung.

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Ja.

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Ja – kämpfen.

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

"Busengrapschen leicht gemacht" – Artur Worseg in der Hauptrolle.

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Träume die schon in Erfüllung gegangen sind.

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Vorm tot sein – Angst vor Wiedergeburt in ein schlechteres Leben.

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Ja und Ja.

 

Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Reich und sterblich. Unsterblichkeit entspricht nicht den Gesetzen des Universums.

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Grundsätzlich ja, wird aber durch äußere und innere Umstände eingeschränkt.

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Jedes Lebewesen ist ein Teil des Universums, daher auch ein Teil Gottes, so dass die Lenkung Gottes und das eigenen Schicksal von einander nicht zu trennen sind.

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Jedenfalls vorm eigenen Gewissen.

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Sanfte Missionierung ist auch eine Missionierung. Ohne Dalai Lama, Jogazentren in allen wesentlichen Ländern würde niemand über Buddhismus Bescheid wissen. Die Missionierung erfolgt lediglich unkriegerisch, was den Buddhismus zu einer erstrebenswerten Weltreligion macht.

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Ich würde Indizien verschwinden lassen.

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Durch Nachdenken

 

Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Keines von beiden.

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Nein.

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Nein.

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Nicht verzichten, allerdings 2 Ruhetage in der Woche.

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Fällt eher schwer.

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Ja.

 

Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Nein.

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

Höchste Zeit.

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

Lange nicht, aber vorstellbar.

MN: Wie erklären sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

… es gibt keine Wahrheit.

 

Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

18:42 Uhr.

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Frage mit dem Kind und Mord.

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Sind Sie mit einer Psychotherapeutin liiert?

(Abschrift lt. Diktat.)

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