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Niavaranis "Interview"-Gäste

Barbara Stöckl: "Die Melancholie des Erreichten, ja, die kenn ich"

09.08.2011 - 10:02
Was sie traurig macht, was sie hofft, was sie fürchtet: ORF-Moderatorin Barbara Stöckl lässt sich auf die - "eigentlich nicht unangenehmen" - Fragen von Michael Niavarani ein.
© Suzy Stöckl

Michael Niavarani stellt Barbara Stöckl seine relevanten Fragen.


Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Barbara Stöckl

MN: Wie geht es Ihnen?

Danke, gut

MN: Wie spät ist es?

15 h 43

MN: Wie ist das Wetter?

Grau, Regen, Regen, Regen

MN: Wo sind Sie gerade?

Im Büro


Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Journalistin

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Wie geht das? Es war eine Mischung aus Chancen, Glück, Können, Hartnäckigkeit, Können, und ich find meinen Beruf richtig gut :-) !

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Erfolg, Misserfolg , es ist doch nur eine Frage der Wahrnehmung!!

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

Wenn ich sonst genug Geld hätte, dann gerne auch 100%


Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Ich wollt gar nirgends hin, und dort bin ich jetzt, glaub ich :-)

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Ein Ziel? Hunderte ...

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Es gibt viele glückliche Momente in meinem Leben, mehr geht nicht.

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Ja, weil ich ständig damit konfrontiert bin, wie viele Menschen kein Glück in ihrem Leben haben!

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Mit Genießen hab ich's nicht so ... das übe ich noch ...

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Ich fürchte zumindest manchmal.

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Aber ja, obwohl ich es grundsätzlich auch ein gutes Gefühl finde zu zeigen, was man kann!

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

"Blöd kann man sein aber zu helfen muss man sich wissen!", hat mein Prof. gerne gesagt. Recht hat er!

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

Die Hauptrolle übernehm ich selber, Titelvorschlag muss ich länger nachdenken, das soll ja gut klingen ...

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Träume machen mich nie traurig, nicht die erfüllten und nicht die unerfüllten, eher ein bisschen melancholisch ... die Melancholie des Erreichten, ja, die kenn ich ...

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Vor dem Vorgang des Sterbens, ich hoffe ohne Schmerzen.

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Ja, Angst und Zweifel sind meine Begleiter ... und manchmal sind sie ja auch Ansporn, da weiß man, was man überwinden muss ...


Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Unbedingt für die sterbliche Variante, alles andere macht keinen Sinn!

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Meistens, ohne Beweis.

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Ich glaube an Gott, war grad im afrikanischen Dschungel und hab so unglaublich schöne Pflanzen gesehen – das kann nur ein sehr begabter Künstler gemacht haben!

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Ich verantworte mich täglich und versuche auch so zu leben dass das möglich ist.

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Weil er eh so viele Mitglieder hat :-) ?

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Es gibt Fragen, die kann man in der Theorie gar nicht beantworten, diese zählt dazu. Ich glaube ich würde es nicht tun. Aber ich bin mir nicht sicher.

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Nachdenken.


Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Romantikurlaub.

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Danke der Nachfrage, ist ganz ok :-)

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Das geht Sie nichts an.

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Ich würde immer guten aufregenden Sex haben und weiter mit dem Auto fahren.

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Das krieg ich ganz gut hin, alles eine Frage der Konzentration!

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Ja.


Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Nein, mit Krieg wurde noch kein politisches Ziel erreicht.

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

Ich denke, das dauert noch ein bisschen ... keine in Sicht!

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

Das dauert noch ein bisschen länger ...

MN: Wie erklären Sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Weil es so einfach ist, Feindbilder zu bedienen, auf Schwächere zu schlagen!


Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

15 h 57, war eh flott, oder?

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Eigentlich keine, muss ja nicht antworten

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Wann haben sie Zeit für ein Gespräch? (siehe Partnerschaft Pkt. 5 ;-)

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