Quelle: ZAMG

Bildergalerien

rssFeed
14:15
Niavaranis "Interview"-Gäste

Daniela Zeller: "Ich habe gelernt, dass Leben Spaß macht"

18.05.2011 - 12:01
Eine Frau, vier Berufe: Daniela Zeller gibt gern 100 % - auch im Fragebogen-Interview mit Michael Niavarani.
© Daniela Zeller

Michael Niavarani stellt Daniela Zeller seine relevanten Fragen.


Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Daniela Zeller.

MN: Wie geht es Ihnen?

Ich bin ein wenig müde, abgesehen davon geht es mir sehr gut.

MN: Wie spät ist es?

15.55

MN: Wie ist das Wetter?

Sonnig / Bewölkt / hin und wieder ein paar Regentropfen

MN: Wo sind Sie gerade?

Zuhause in Perchtoldsdorf an meinem Schreibtisch.


Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Trainerin für Stimme, Sprechen & Präsentation. Moderatorin, Sprecherin und Autorin.

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Die Liebe zu meiner Arbeit hat zu meiner Karriere geführt.

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Der eigene ungerechtfertigte Misserfolg ärgert mich mehr. Warum? Weil ich im Vorfeld etwas übersehen habe. Zu 100% ungerechtfertigte Misserfolge gibt es ja nicht. Auch wenn mal etwas schiefgeht: für sein Handeln ist man schon selbst verantwortlich.

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

95%. Ich arbeite sehr gerne und liebe, was ich mache.


Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Ich war dort. Aber jetzt will ich schon wieder woanders hin. Dort bin ich zu 80%.

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Ja, ich habe noch ein großes Ziel (und wahrscheinlich ist das auch nicht mein letztes): ich möchte mich als Trainerin und Coach (und als Mensch sowieso) weiterentwickeln. Und ich will, dass unser Onlinemagazin www.allegretta.at, mit dem wir am 1. Juni starten, erfolgreich wird. Ein neues Buch möchte ich auch schreiben. Und ich will vieles machen, von dem ich heute noch gar nicht weiß, dass ich es machen will.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Eher bis sehr glücklich!

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Nein.

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Hmmm. So habe ich das noch nie überlegt. Ich glaube, es ist bei mir überhaupt anders: wenn etwas gerade gut läuft, habe ich Angst (oder Zweifel), dass danach nichts Neues kommt, das ebenfalls gut laufen wird.

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Ja.

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Nein. Wenn ich die Antwort wusste, wollte ich auch drankommen.

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Ich habe gelernt, dass man Unangenehmes immer gleich erledigen soll. (an der Umsetzung arbeite ich noch!). Und ich habe gelernt, dass Lernen Spaß macht.

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

Keine Ahnung.

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Weder noch. Zu mir kommen jeden Tag neue Träume. Da ich weiß, dass die Träume nie enden, finde ich es auch nicht besonders tragisch, wenn sie in Erfüllung gehen. Ich mag auch die Träume, die nie in Erfüllung gegangen sind!

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Die Vorstellung, leblos in einem Sarg zu liegen, während Würmer durch mein Gehirn kriechen, macht mir am meisten Angst. Aus diesem Grund lasse ich mich bestimmt mal verbrennen. Sterben stelle ich mir grundsätzlich unangenehmer vor als tot sein. Wahrscheinlich ist das aber auch von Sterbevorgang zu Sterbevorgang verschieden.

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Ja und Ja. Ich fürchte mich IMMER mehr als notwendig. Ehrlich gesagt: ich bin ziemlich uncool.


Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Da muss ich gar nicht lange überlegen: ich wähle selbstverständlich Variante 1. Warum? Vielleicht ist "tot sein" viel schöner als hier auf dieser Welt am Leben zu sein. Würde ich niemals sterben, könnte ich dies nie herausfinden.

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Diese Frage stelle ich mir oft. Habe darauf noch keine für mich zufriedenstellende Antwort gefunden. Grundsätzlich denke ich jedoch, dass es zwei Menschentypen gibt: die Einen, die sich freier fühlen als sie sind und die Anderen, die sich unfreier fühlen als sie sind.

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Teils, teils. Natürlich können (sollen! müssen!) wir die Dinge selbst in die Hand nehmen. Allerdings haben wir keinen Einfluss auf die Reaktion der anderen – was den Lauf des Lebens schon wieder maßgeblich beeinflusst. Wobei: auch wenn wir durch unser Handeln etwas für uns in dieser Form nicht Erwünschtes auslösen, gestalten wir in gewisser Weise unser Schicksal selbst mit, oder? Über diese Frage werde ich noch lange nachdenken.

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Nein. Ich kann es auch hier auf Erden schon ganz gut verantworten.

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Das beeindruckt mich auch schon lange. Warum das so ist, weiß ich nicht.

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Nein. Wobei, das sagt sich jetzt so einfach, da ich ja keine Kinder habe. Vielleicht würde ich es anders sehen, wenn ich ein Kind hätte.

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Durch Denken UND Forschen! So erkennen wir zumindest unsere eigene Wahrheit. Dass es DIE Wahrheit gibt, bezweifle ich.


Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Ich nehme den Romantikurlaub auf den Malediven! Allein auf den Malediven findet man viel schneller heraus, ob man die Beziehung oder die Trennung will. Bin grundsätzlich nicht so der Paartherapie – Typ.

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Gar nicht so groß. Ja, sehe ich.

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Hmmm. Weiß ich gar nicht. Vielleicht. Aber nicht in den letzten 10 Jahren.

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Also ganz ehrlich: mein Führerschein wäre mir wichtiger.

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Ziemlich leicht.

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Ja.


Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Nein.

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

In 4 – 10 Jahren.

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

In 10 – 40 Jahren.

MN: Wie erklären Sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

In jeder Gesellschaft gibt es Menschen, die mit ihrem eigenen Dasein unzufrieden und unglücklich und auf der Suche nach Sündenböcken sind. Das ist die einzige Erklärung, die mir einfällt.


Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

16.31

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Gar keine.

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech