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Niavaranis "Interview"-Gäste

Simon Schwarz: "Was ich gelernt habe? Dass das Leben immer weiter geht"

17.05.2011 - 12:04
Ob als Lukas im Heimatfilm "Die Siebtelbauern", Berti im "Knochenmann" oder Willy Angerer in "Nordwand": Der Schauspieler mimt Charaktere mit Ecken und Kanten. Diese stellt er auch bei der Beantwortung der relevanten Fragen von Michael Niavarani unter Beweis.
© Ursula Düren/dpa/picturedesk.com

Michael Niavarani stellt Simon Schwarz seine relevanten Fragen.


Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Simon Leopold Schwarz

MN: Wie geht es Ihnen?

Jaa?!

MN: Wie spät ist es?

Hier sind zwei Uhren also auch zwei Zeiten.

MN: Wie ist das Wetter?

Kalt

MN: Wo sind Sie gerade?

In der Küche.


Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Nichts fertig Gelerntes.

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Weder noch, ausschließlich die Optionslosigkeit.

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Beides ärgert mich maßlos, weil es ungerecht ist!

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

Ich bekomme jetzt schon oft kein Geld für das, was ich tue.


Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Da will ich nicht hin!

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Nicht nur eins.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Manchmal eher glücklich.

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

So weit kommt’s noch!

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Ich habe immer Angst.

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Nein! Nein, ganz sicher nicht.

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Ich glaube nicht, dass ich jemals was wusste.

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Dass das Leben immer weiter geht!

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

Remake von "Angst essen Seele auf", aber als Animationsfilm.

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Darüber nachzudenken macht mich traurig.

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Kommt auf denn Vorgang des Sterbens an.

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Wenn ich wüsste, dass ich mich mehr als notwendig fürchte, müsste ich ja keine Angst haben.


Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Tor 2, einen Kredit aufnehmen mit einer Laufzeit von 400 Jahren, ihn mir sofort auszahlen lassen und hoffen, dass die gute Fee nach 2 Jahren wieder vorbei schaut.

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Wenn die Angst groß genug ist.

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Ich würde die Hilfe nicht ablehnen.

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Das ist die einzige Angst die ich nicht habe - das was ich tue, konnte ich bis jetzt auch verantworten.

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Missionieren, von lat. missio, Entlassung, Sendung - aussenden ich habe das Gefühl, dass es keine Weltreligion gibt, die ohne das auskommt.

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Kommt auf denn Toten an.

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Kann man "Nachforschen" ohne "Nachdenken"? ...


Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Ich kann beides nicht empfehlen.

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Ich arbeite fieberhaft daran, ihn möglichst groß zu halten.

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Nachdem ich diese Zystoskopie hatte musste ich auch noch nach einer Woche weinen!

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Ein fairer Deal wäre: wenn die Person immer neben mir wäre, ich nicht auf denn Führerschein nicht verzichten müsste, ich nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren müsste um dabei angst zu haben eine bestimmte Person kennen zu lernen, die immer guten, aufregenden, gewagten Sex mit mir haben möchte. Das wäre ein fairer Deal!

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Warum sollte ich mir das nicht vorstellen?

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Das ist nicht mein Problem!


Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Kein Aggressor hat im 20. Jahrhundert seine politischen Ziele durch Krieg erreicht. Aber sich zu wehren muss legitim sein. (Ich hab so das Gefühl, das mit dem Krieg hat Herr Clausewitz überschätzt.)

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

In 3 Wahlperioden.

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

Sie hat einen Türken geheiratet.

MN: Wie erklären Sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Weil wir eben Menschen mit Emotionen sind, aber solange es nur ein Rand bleibt haben wir eine Demokratie.


Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

Auf der einen Uhr ist es 16:35, und auf der anderen 15:02 (die Uhr auf meinem Computer ist kaputt).

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Keine, wieso? (einmal habe ich gelogen)

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Zwei Fragen möchte ich Ihnen gerne stellen.

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