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Niavaranis "Interview"-Gäste

Hannes Jagerhofer: "Ich hatte das Glück, meinen Job zu erfinden"

15.04.2011 - 10:50
Er machte soeben Schlagzeilen mit dem Verkauf von checkfelix.com, sucht mit dem Projekt YPD die motiviertesten Manager von morgen und ist natürlich Mister Beach Volleyball ...
© ACTS/Neumüller

Michael Niavarani stellt Hannes Jagerhofer seine relevanten Fragen.


Allgemein

Michael Niavarani: Wie heißen Sie?

Hannes Jagerhofer

MN: Wie geht es Ihnen?

Besser als gestern.

MN: Wie spät ist es?

12.11

MN: Wie ist das Wetter?

So kalt, dass dich der Teufel holt.

MN: Wo sind Sie gerade?

Auf der Autobahn zwischen Salzburg und München.


Beruf

MN: Was sind Sie von Beruf?

Wenn ich das wüsste ...

MN: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt?

Ich hatte das Glück, meinen Job zu erfinden – der Rest war Bestimmung ...

MN: Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten oder der eigene ungerechtfertigte Misserfolg - was ärgert Sie mehr und warum?

Der ungerechtfertigte Erfolg eines Konkurrenten ist kein Thema für mich, aber der eigene ungerechtfertigte Misserfolg hinterlässt Spuren ...

MN: Wie viel Prozent Ihres Jobs würden Sie auch gerne ausüben, wenn Sie dafür kein Geld bekämen?

Wenn mein Lebensunterhalt gesichert ist, 100%.


Leben

MN: Sind Sie dort, wo Sie immer hinwollten?

Nein, weil ich mich grad verfahren habe. War von diesem umfangreichenreichen Fragebogen abgelenkt.

MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status?

Irgendwann einmal einen großen Bauernhof mit vielen Traktoren besitzen, den ich bewirtschaften kann. Aber vorher muss mein Projekt, die YPD-Challenge, in mindestens 6 Länder expandiert werden.

MN: Sind Sie eher glücklich oder eher unglücklich?

Ich fühle mich eigentlich in meiner Haut sehr wohl.

MN: Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie müssten sich für Ihr Glück rechtfertigen? (Warum?)

Nein.

MN: Wenn alles gerade gut läuft in Ihrem Leben, haben sie dann Angst, dass Sie etwas davon verlieren könnten, oder genießen Sie Ihr Glück, egal, was danach kommen mag? Waren Sie schon immer so?

Wenn alles super läuft, ist es mir diese Situation eher unheimlich – und das kommt selten vor, das ALLES gut läuft.

MN: Wenn Sie etwas wissen, was wenige Menschen wissen und was auf Ihre Bildung hinweist, müssen Sie das dann den Menschen unbedingt mitteilen?

Nein, der Drang, mich zu produzieren, ist bei mir nicht sehr ausgeprägt.

MN: Haben Sie jemals in der Schule nicht aufgezeigt, obwohl Sie die Antwort wussten?

Ich hab generell selten aufgezeigt, weil ich eher selten was gewusst habe.

MN: Haben Sie in der Schule irgendetwas für Ihr Leben gelernt? Was?

Dass es keinen Sinn macht, Haus-Schlapfen in öffentlichen Gebäuden zu tragen, wenn 70% der Menschen Schweißfüße haben – mich inkludiert.

MN: Wenn Ihr Leben verfilmt würde, wie wäre der Titel dieses Films und wen wünschen Sie sich in der Hauptrolle?

"Liebesgrüße von der Alm" mit Otto Retzer in der Hauptrolle

MN: Was macht Sie trauriger? Träume, die noch immer unerfüllt sind, oder Träume, die vor langer Zeit schon in Erfüllung gegangen sind?

Keines von beiden - nur die aktuelle Situation rund um die Atomkraft-Diskussion.

MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum?

Eher vor der Tatsache, dass ich dann tot bin – das stelle ich mir echt fad vor.

MN: Fürchten Sie sich manchmal vor Dingen mehr als notwendig? Hätten Sie gerne ihre Ängste mehr unter Kontrolle?

Ich habe eine gesunde Angst, was nicht unbedingt negativ ist, solange sie in überschaubarem Rahmen bleibt.


Philosophie

MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum?

Dann wähle ich a) - außer ich bekomme € 800.- im Monat ... dann b), denn das Hundefutter geht sich dann auch noch aus.

MN: Besitzt der Mensch einen freien Willen? Was führen Sie als Beweis an?

Ja. Der Beweis: die aktuelle Diskussion um die Kärntner Ortstafeln.

MN: Glauben Sie, dass Gott, oder eine andere Instanz, Sie lenkt, oder dass Sie Ihr Schicksal selbst gestalten?

Ich würde sagen 80:20.

MN: Haben Sie manchmal davor Angst, dass Sie sich für Ihr Handeln auf Erden irgendwann an einem anderen Ort verantworten müssen?

Nein, daran glaube ich nicht.

MN: Ich selbst bin sehr davon beeindruckt, dass der Buddhismus als einzige Weltreligion nicht missioniert. Warum, glauben Sie, ist das so?

Ich finde das cool, bin aber mit den Inhalten zu wenig vertraut, um das zu beurteilen.

MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun?

Im Affekt wahrscheinlich ja.

MN: Wie kommen wir der Wahrheit näher? Durch Nachdenken oder durch Nachforschen?

Durch eine Kombination aus beidem.


Partnerschaft

MN: Um Ihre Beziehung zu retten, würden Sie eher eine Paartherapie oder einen Romantikurlaub auf den Malediven buchen?

Ich würde mit ihr eine Paartherapie auf den Malediven machen.

MN: Wie groß ist der Unterschied zwischen Ihrem realen Sexualleben und Ihren sexuellen Fantasien? Sehen Sie eine Chance, diesen Abstand zu verkleinern?

Nein, leider.

MN: Haben Sie schon einmal während des Sex geweint?

Solche Arten von Sex gefallen mir nicht :-)

MN: Wenn Sie die Gewissheit hätten, mit einer bestimmten Person immer guten, aufregenden, gewagten Sex haben zu können – würden sie dafür auf Ihren Führerschein verzichten und stattdessen immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Wenn nicht – was wäre ein fairer Deal?

Ich würde auf sämtliche Dinge verzichten, die man so macht, wenn man einsam und allein daheim ist ...

MN: Wie leicht fällt es Ihnen, mit einer attraktiven Frau/mit einem attraktiven Mann zu sprechen und sich dabei nicht vorzustellen, wie es mit ihr/ihm im Bett wäre?

Bei Männern ist das sehr leicht :-)

MN: Glauben Sie, ist sich Ihr Gesprächspartner dessen bewusst?

Hoffentlich nicht.


Politik

MN: Halten Sie den Krieg für ein legitimes Mittel, um politische Ziele zu erreichen?

Mit Sicherheit nicht, aber leider ist Krieg oft die letzte Instanz.

MN: In wie vielen Jahren wird es die erste österreichische Bundeskanzlerin geben?

Hoffentlich erleb ich das noch ...

MN: In wie vielen Jahren wird es den ersten österreichischen Bundeskanzler geben, der einen türkischen Nachnamen trägt?

Ich hoffe, der Attila Dogudan hat keine politischen Ambitionen ...

MN: Wie erklären Sie sich die Tatsache, dass es in jeder Gesellschaft einen rechten Rand gibt?

Es gibt ja auch diverse andere Arten von Krankheiten in jeder Gesellschaft.


Zum Abschluss

MN: Wie spät ist es jetzt?

12:43

MN: Welche Frage war Ihnen unangenehm?

Unangenehm ist der falsche Ausdruck, aber einige haben mich sehr verwundert und mich zum Nachdenken gebracht, welche Schlüsse Herr Niavarani aus den Antworten ziehen möchte.

MN: Welche Frage möchten Sie mir stellen?

Was treibt Sie dazu, Ihren Mitbürgern solche Fragen zu stellen?

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