Unachtsamkeit am Steuer kann tödlich sein: In Österreich sterben pro Jahr 60 Menschen aufgrund von Ablenkungen bei der Autofahrt. Trotzdem isst oder trinkt die Hälfte der Lenker während der Fahrt, telefonieren 38 Prozent mit dem Handy und 20 Prozent schreiben sogar SMS. Diese Zahlen präsentierte Johann Gwehenberger, Leiter der Unfallforschung im Allianz Zentrum für Technik in Wien.
"Der Straßenverkehr fordert auch deswegen so viele Opfer, weil Autofahrer wegen Privatgesprächen, Lesen von SMS-Botschaften, Lidschatten kontrollieren, Ortssuche im Navigator-Menü oder Verfolgens der Fußballresultate auf dem Borddisplay für einen entscheidenden Moment unkonzentriert waren", betonte Allianz Vorstandsmitglied Johann Oswald. Laut Experten erhöht sich das Unfallrisiko beim Essen, Trinken und Rauchen am Steuer um das Eineinhalbfache, beim Handy-Telefonieren während der Fahrt sogar um das Zwei- bis Fünffache. Beim Greifen nach Gegenständen liege das Risiko noch höher.
Vor allem bei jungen Autofahrern zwischen 18 und 24 Jahren sei Ablenkung ein großes Problem, da diese besonders oft diverse Geräte und Medien während der Fahrt nutzen. Aber auch bei Vielfahrern, mit mehr als 15.000 Kilometern pro Jahr, ist die fehlende Aufmerksamkeit am Steuer eine häufige Unfallursache. "Wer viel unterwegs ist, fühlt sich im Auto fast wie daheim im Wohnzimmer und vergisst, dass er sich im öffentlichen Raum bewegt", erklärte Oswald.
Die Allianz fordert deshalb neben einer verstärkten Bewusstseinsbildung für die Gefahren von Ablenkung, auch eine Konkretisierung der Rechtslage. Lediglich der Bereich des Handy-Telefonierens sei derzeit zufriedenstellend geregelt. Bei der Nutzung moderner Kommunikations- und Unterhaltungsmittel, wie SMS, gebe es jedoch noch einen großen Nachholbedarf.
(APA)

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