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Diskussion um Rauchverbot im eigenen Wagen

18.11.2011 - 17:34
Rauchen ist sowieso eine ungesunde Angelegenheit© APA (dpa/Marcus Führer)Rauchen ist sowieso eine ungesunde Angelegenheit

Diskussion um Rauchverbot im eigenen Wagen: Die "Kronen Zeitung" berichtet in ihrer Freitagsausgabe von einer Studie des britischen Ärzteverbandes, wonach die Luft im Auto bei Zigarettenkonsum 23-mal schlechter als in Lokalen ist, was vor allem Kinder gefährde.

Gesundheitsminister Alois Stöger sprach sich in dem Bericht gegen ein Verbot aus: "Amerikanische Verhältnisse mit Verboten, die nichts bringen und nicht zu kontrollieren sind, wollen wir nicht." Ähnlich äußerte sich ARBÖ-Generalsekretärin Lydia Ninz, die aber auch auf die Gefahren durch Rauch im Auto hinwies: "Lenker sollten freiwillig auf Mitfahrer Rücksicht nehmen. Wer sich etwa am Steuer nach einer Zigarette bückt, ist auch sekundenlang im Blindflug unterwegs."

Anderer Meinung wiederum ist Sylvia Hartl, die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie. "Die Schadstoffkonzentration ist beim Rauchen im Auto wesentlich höher als in jedem anderen Raum. Rauch im Auto ist besonders schädlich", so Hartl. Die Pneumologin: "Beim Rauchen im Auto werden die Beifahrer einer besonders hohen Konzentration des Rauch-Sidestreams ausgesetzt, der eine besondere Rolle beim Passivrauchen spielt. Für Kinder ist das besonders schwerwiegend. Es gibt ja auch eine Elternverantwortung. Das ist ein Vernachlässigen der Obsorge. Man kann schon argumentieren, dass man die Polizei nicht in private Haushalte schicken kann, aber das Handyverbot im Auto ist ja auch mit Strafen verbunden. Und man straft ja auch, wenn Kinder im Auto nicht angeschnallt sind. Das kann man nicht schönreden. Da gibt es keine Kompromisslösung. Aber von der Politik gibt es keine Ansätze für solche Maßnahmen. Rauchen ist offenbar so etwas wie eine 'Heilige Kuh'. Da werden weder die Menschen noch die Ärzte unterstützt."

An der Giftigkeit der Luft im Innenraum eines bequalmten Autos - so groß und teuer die Karosse auch gewesen sein mag - gibt es keinen Zweifel. Der Wiener Umwelthygieniker Manfred Neuberger betonte schon im Jahr 2007, dass eine Zigarette im Auto eine Feinstaubbelastung von 1.300 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft auslöse. Damals lag der maximale US-Grenzwert bei 35 Mikrogramm. Der Anti-Rauch-Aktivist Robert Rockenbauer meint jedenfalls, dass das österreichische Tabakgesetz gegen die UNO-Kinderrechtskonvention verstoßt, die Kindern das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit zuerkenne.

(APA)

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