Quelle: ZAMG

Anhängerkupplungen nachrüsten

12.03.2010 - 14:00
Nicht jede Anhängerkupplung passt© APA (dpa/tmn/Schierenbeck)Nicht jede Anhängerkupplung passt

Eine Anhängerkupplung lasst sich nachrüsten - jedoch kann der nachträgliche Einbau samt Verkabelung gerade bei Autos jüngeren Baujahrs die Fahrzeugelektronik stören.

Wichtig ist zunächst, dass die Nachrüstkupplung zum jeweiligen Fahrzeugtyp passt, sagt Hans-Werner Wormer vom TÜV Süd. Und sie muss bauartgenehmigt sein. Wo genau die Kupplung dann am Heck befestigt wird, legen die Autobauer individuell für ihre Fahrzeugtypen fest. "Es gibt vom Fahrzeughersteller definierte Punkte, an denen die Kupplungsbefestigung angeschraubt wird", erläutert Wormer.

Der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) empfiehlt Autofahrern, sich in der Werkstatt zu erkundigen, welche Nachrüstmöglichkeiten bei ihrem Wagen bestehen. Arnulf Thiemel vom ADAC-Technikzentrum rät zu abnehmbaren Kupplungen - oder solchen, die sich wegklappen lassen, wenn sie nicht benötigt werden. Beide haben den Vorteil, dass sie dann beim Rangieren nicht stören. Denn bei starren Kupplungen ist beim Parken mit dem vorstehenden Haken schnell mal ein anderes Auto gerammt. Im Hinblick auf die Belastbarkeit gibt es keinen Unterschied zwischen abnehmbaren und starren Kupplungen, so der Experte: "Sie müssen alle dieselben Normen erfüllen."

Während die Montage für die Werkstatt eher unproblematisch ist, ist der Anschluss an die Fahrzeugelektrik schon schwieriger. Zwar sind die dafür vorgesehenen Kabelbäume laut Hans-Werner Wormer in der Regel schon vom Werk vorbereitet. Allerdings muss der Elektronik "mitgeteilt" werden, dass die Kabel nun tatsächlich belegt sind.

Manche vom Werk verbauten Kupplungslösungen sind wegen des umfangreichen Eingriffs in die Bordelektronik in dieser Form auch gar nicht nachrüstbar, ergänzt Arnulf Thiemel. Mit einer Zubehörkupplung könne es durchaus Ärger geben. Bei manchen Fahrzeugen spielt etwa die Einparkhilfe verrückt - und schaltet beim Rückwärtsfahren auf Dauerpiepen, weil sie den Kupplungshaken als Hindernis erkennt.

Zu klären ist auch die Frage, ob die Anhänger-Elektrik eine 7- oder eine 13-polige Anschlussbuchse bekommen soll. "Das ist noch nicht standardisiert - auch nicht die Belegung", erläutert Thiemel. Bei einem Test des ADAC kam etwa heraus, dass manche Buchsen keine Kontakte für Parklicht, Dauerplus oder eine Ladeleitung besitzen. Die beiden letzteren Mankos sind besonders ärgerlich für Caravan-Besitzer, weil dadurch bei Fahrtpausen im Caravan kein Strom für die Innenbeleuchtung oder den Kühlschrank ankommt und die Batterie des Wohnanhängers unterwegs nicht geladen wird.

Thiemel empfiehlt Autofahrern, die Wahl der Anschlussbuchse davon abhängig zu machen, welchen Anhänger sie ankuppeln möchten. Wer keinen eigenen besitzt und nur hin und wieder einen ausleihen möchte, sollte die 13-polige Steckverbindung wählen, weil sie aktueller ist. Wenn dann doch einmal ein Anhänger mit älterer Elektrik an den Haken genommen werden soll, gibt es dafür Adapter von 13 auf 7 Pole.

Einzutragen in die Fahrzeugpapiere ist eine Nachrüstkupplung nicht mehr, sofern diese eine EG-Nummer besitzt, erläutert TÜV-Sachverständiger Hans-Werner Wormer. Er empfiehlt die Eintragung dennoch, da es sich um ein sicherheitsrelevantes Bauteil handelt und der Besitzer damit auf der sicheren Seite ist, wenn er den Wagen verkaufen möchte.

Auch unter Kostengesichtspunkten lohnt es sich, vorher nachzufragen. Laut Rainer Hillgärtner vom Autoclub ACE kostet die Kupplungsnachrüstung für einen VW Golf in einer Markenwerkstatt zwischen etwa 340 und 420 Euro. Fällig werden rund 200 bis 280 Euro für Teile plus etwa 140 Euro Arbeitslohn. Eine freie Werkstatt erledigt die Arbeit wegen der geringeren Stundensätze für rund 290 bis 370 Euro. Andere Fahrzeugtypen dürften preislich ähnlich liegen.

(APA/dpa)

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