Quelle: ZAMG

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relevant Sprechstunde - Dr. Petra Fabritz

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Dr. Petra Fabritz

Diäten als Fettmacher

16.03.2011
Abnehmen ja - aber mit Maß und Ziel: So hüten Sie sich vor dem Jo-Jo-Effekt.

Die Internistin und Spezialistin für Ernährungs- und Präventionsmedizin Dr. Petra Fabritz greift in ihrer Sprechstunde medizinische Themen rund um die wichtigsten Gesundheitsfragen der Gegenwart auf und stellt Lösungs- bzw. Präventionsstrategien vor.

Dr. Petra Fabritz betreibt eine eigene Privat-Ordination mit den Schwerpunkten Gewichtsmanagement, Stressmanagement und Ernährungsmedizin. Zielsetzung ihrer medizinischen Tätigkeit ist es, über frühzeitige und gezielte Intervention Folgebeschwerden und Krankheiten zu verhindern.


Kaum zu glauben, aber es ist so: Es gibt eine Unzahl von Diäten, die einen möglichst schnellen Gewichtsverlust versprechen (natürlich alle von Hollywood-Schauspielern getestet, versteht sich). Aber: Wie können Diäten dann Fettmacher sein? Dazu sehen wir uns an, was mit dem Körper im Fall einer Diät passiert.


Raubbau am Körper

Radikale Kuren drosseln die Kalorienaufnahme um bis zu 1000 Kalorien am Tag (sei es durch das Weglassen von Mahlzeiten, einseitige Ernährung oder andere Einschränkungen).

Was nach ein paar Diät-Wochen geschieht: Die Waage zeigt an, dass Sie 6 Kilogramm Gewicht verloren haben. Geschafft!!! - Denken Sie. Sehen wir uns an, was wirklich passiert ist.

Das Stoffwechselsystem ortet eine kommende Hungersnot (Relikt aus der Urzeit) und aktiviert ein Notprogramm. Der Grundumsatz (Energiemenge, die der Köper verbraucht, um zu funktionieren; das macht den Hauptteil des Energieverbrauchs aus) wird reduziert; der Körper holt sich die Glucose aus der Muskelmasse (geht einfacher, als Fett abzubauen). Je nach Diät kommt es zu einer Entwässerung.

Sie haben wirklich 6 Kilogramm verloren. Aber: Die Waage verschweigt leider, wovon Sie 6 Kilogramm verloren haben.

Aus meiner Praxis kenne ich Fälle von - vornehmlich weiblichen - Patienten und "Diätexperten", die nach diversen Radikalkuren körperlich in schlechter Verfassung sind.


Weniger Gewicht - weniger Gesundheit?

Bleiben wir bei unserem Beispiel (6 Kilogramm): Ging die Diät zu schnell (was meistens der Fall ist), so hat die Person normalerweise 3-4 Kilogramm Wasser, 1-2 Kilogramm Muskelmasse und 0,5 – 1 Kilo Fett verloren. Sie hat also hauptsächlich Wasser und - was noch viel problematischer ist - Muskelmasse abgebaut. Gleichzeitig braucht sie nun 200 Kalorien pro Tag weniger. Isst die Person jedoch gleich viel wie vor der Diät, wird sie noch schneller zunehmen als davor (Jo-Jo-Effekt). Zusätzlich hat sie den prozentuellen Anteil an Fett erhöht, und das - obwohl sie 6 Kilogramm "abgenommen" hat.


Mein Tipp für Sie

Seien Sie kritisch gegenüber Versprechungen neuer Wunderdiäten oder -pillen. Sie klingen verlockend ("Sie müssen nichts ändern"; "Sie können essen, was Sie wollen"; oder: "10 Kilogramm weniger in zwei Wochen").

Im besten Fall haben Sie zwar ein paar Kilogramm verloren, meistens hat jedoch nur Ihre Brieftasche eine Diät gemacht. Sicher ist: In fast allen Fällen dieser unkontrollierten Diäten haben Sie Ihrem Stoffwechsel geschadet! Sie haben sich also selbst auf eine Gewichtszunahme programmiert und sind nach der Diät in einem schlechteren Zustand als zuvor.

Um Fett zu verlieren, müssen Sie sich Zeit nehmen und sich diese auch geben. Sie haben ja auch nicht in drei Wochen das Gewicht angehäuft.

Nur durch eine gezielte Kombination von Bewegung und Ernährung können Sie nachhaltig Ihren Fettanteil verringern. Je nachdem, wie konsequent Sie sind, können Sie unter diesen Umständen zwischen 0,5 – 1 Kilogramm Gewicht pro Woche verlieren.

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