Quelle: ZAMG

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FrechDAX - die Wirtschaftskolumne

Der FrechDAX

Frau = behindert?

10.03.2011
Frauenquoten: so sinnvoll und notwendig wie - ein Vorurteil!

Der moderne und aufgeklärte Teil dieser Welt steckt Menschen bekanntlich längst schon nicht mehr in Schubladen. Leider gibt es immer noch eine nennenswerte Anzahl an Mitbürger, deren Intellekt mit dem Artikel 14 der europäischen Menschenrechtskonvention heillos überfordert ist: Das sogenannte Diskriminierungsverbot untersagt klar und deutlich, Menschen wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen oder sozialen Herkunft, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt oder eines sonstigen Status' Rechte und Freiheiten vorzuenthalten oder einzuschränken.

In der Realität wimmelt es aber leider von Rassisten und Xenophoben, die Menschen nach ihrer Hautfarbe, ihrem Aussehen oder schlicht ihrem Geburtsort in Schubladen stecken. Viele Homophobe interessieren sich auffällig begierig für das Sexualleben ihrer Mitbürger und geraten in Rage, wenn andere ihre eigenen sexuellen Vorlieben nicht teilen.


Hautfarbe, Religion, Geschlecht...

Und Feministinnen? Beurteilen sie nicht auch Menschen ausschließlich nach ihrem Geschlecht? Sind Feministinnen schlicht und einfach Sexisten? Meine Antwort: JA!

Aber Vorsicht: Die Frauenrechtsbewegung kann stolz darauf sein, eine rechtliche Gleichstellung der Frauen erreicht zu haben. In den vergangenen vierzig Jahren wurden vom Erbrecht über das Wahlrecht bis zum Strafrecht sämtliche diskriminierende Ungleichbehandlungen eliminiert. Für diese Leistung der Beseitigung unzähliger - vollkommen indiskutabler und untragbarer - historischer Benachteiligungen von Frauen, ist der Frauenrechtsbewegung großer Dank auszusprechen. Damit hat sie maßgeblich und gegen große Widerstände des Patriarchats, den Menschenrechten in unseren Ländern einen großen Dienst erwiesen.

Und heute? Fordern sie noch immer Gleichberechtigung? Kämpfen sie etwa für einen verpflichtenden Wehrdienst für Frauen, eine umgehende Angleichung des Pensionsantrittsalters oder gar eine Gleichbehandlung vor Gericht, wenn es um das Sorge- oder Unterhaltsrecht geht? Fordern sie gleichen Lohn für gleiche Arbeit, wenn Frauen bei Polizei und Bundesheer mit speziell für sie stark reduzierten Anforderungen bei den Sporttests leichter eine Anstellung bekommen? Geht es ihnen tatsächlich um Chancengleichheit? Antwort: Ja, aber nur noch ganz selten.


Noch gleicher als gleich

Chancengleichheit ist vielen Frauenrechtlerinnen schlicht und einfach zu wenig. Sie erwarten vom Staat, dass er für gleiche Ergebnisse aller sorgt. Damit ist der Staat aber klarerweise überfordert, da zwischen Chancen und Ergebnissen die Leistung jedes einzelnen erforderlich ist. Und: jeder Eingriff im Sinne einer Bevorzugung einer Gruppe, muss zu einer Diskriminierung aller anderen führen.

Womit wir bei Frauenquoten angelangt wären. Diese sollen sicherstellen, dass Frauen entkoppelt von Qualifikation und Leistung gegenüber Männern bevorzugt werden. Konkret wird gefordert, dass Eigentümer von Kapitalgesellschaften ihre Eigentümerinteressen nicht mehr selber (wie im Aktiengesetz vorgesehen) als Aufsichtsräte in ihren eigenen Privatunternehmen vertreten dürfen, sondern dass irgendwer anderer (eine Frau) über ihr Privateigentum verfügen soll. Vertragsfreiheit und der Schutz privaten Eigentums werden eiskalt geopfert, private Unternehmen damit quasi enteignet und Aufsichtsräte stattdessen nach der Bevölkerungsstruktur - frech: wie zu Zeiten der UdSSR oder heute noch in Nordkorea - besetzt.

Würde es im Falle von Quotenregelungen tatsächlich um "Gleichstellung" im Sinne der Menschenrechte gehen, dann müssten jene, die solche Quoten wollen, doch wohl auch lautstark fordern, dass anteilig an der Bevölkerung Aufsichtsräte ebenfalls auf Basis unterschiedlicher Herkunftsländer, sexueller Orientierung, Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft, sexueller Orientierung etc. besetzt werden müssten. Was, wenn jemand mal dahinter kommen würde, dass auch Rothaarige oder Opel-Fahrer nicht entsprechend ihrem statistischen Vorkommen in Aufsichtsräten vertreten sind? Warum nur Frauen? Benötigen Frauen tatsächlich eine bevorzugte Behandlung, so wie wir sie selbstverständlich behinderten Mitmenschen zugestehen, um gleiche Ergebnisse erreichbar zu machen?

Im Unterschied zu Sexisten, egal ob es sich dabei um patriarchalische Machos oder Feministinnen handelt, bin ich der Meinung: NEIN.

Frauen werden durch eigene Leistung sehr rasch die Männer auch beim Gehalt und den Führungsjobs eingeholt haben und uns angesichts der deutlich besseren Durchschnittsnoten an den Schulen sowie der längst auch höheren Anzahl an Studienabschlüssen bald überholen. Davor müssen sich am wenigsten die Männer fürchten, wie ein kurzer Blick in die Geschichtsbücher zeigt: Viel schlechter als wir, können sie es gar nicht machen.


Der Autor: Werner Becher ist erfolgreicher Unternehmer und Manager, hat als Ex-Bundesparteivorsitzender des Liberalen Forum (LIF) Einblick in die politischen Zusammenhänge. Als bekennender Neoliberaler wirft er in seinem Buch "Weicheier machen nicht satt – Eine Abrechnung mit Feiglingen, Mitläufern und Ja-Sagern" (Goldegg) einen kritischen Blick auf die Zustände in der Welt und zeigt offen sowie schonungslos auf, welche wirtschaftlichen Abgründe uns dadurch erwarten.

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