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relevant Sprechstunde - Dr. Petra Fabritz

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Dr. Petra Fabritz

Abnehmen: Sie können es schaffen!

09.03.2011
Zu lange sitzen, zu viel vom Falschen essen, zu viel Stress: Sagen Sie diesen Gewohnheiten den Kampf an!

Die Internistin und Spezialistin für Ernährungs- und Präventionsmedizin Dr. Petra Fabritz greift in ihrer Sprechstunde medizinische Themen rund um die wichtigsten Gesundheitsfragen der Gegenwart auf und stellt Lösungs- bzw. Präventionsstrategien vor.

Dr. Petra Fabritz betreibt eine eigene Privat-Ordination mit den Schwerpunkten Gewichtsmanagement, Stressmanagement und Ernährungsmedizin. Zielsetzung ihrer medizinischen Tätigkeit ist es, über frühzeitige und gezielte Intervention Folgebeschwerden und Krankheiten zu verhindern.


Übergewichtsfaktoren: die Top 5

1. Die mangelnde körperliche Aktivität sowohl im Arbeitsleben als auch in der Freizeibeschäftigung
2. Die permanente Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln
3. Die Verschiebung der Ernährung hin zu schnellen hochcalorischen Lebensmitteln
4. Die Verbreitung von Diäten
5. Stress als Dickmacher


Sitzen, sitzen, sitzen ...

1. Die körperliche Aktivität des Menschen nimmt - wie bereits gezeigt - stetig ab: Immer weniger von uns arbeiten in körperlich anstrengenden Berufen, immer mehr hingegen sind in Büros tätig.

Zusätzlich haben die angenehmen Dinge des Lebens (Lift, Waschmaschine, Auto ...) den täglichen Aktivitätsverbrauch gesenkt. Durch die Verbreitung von Fernsehen und Internet sitzen wir auch in unserer Freizeit mehr als früher.

Wir können davon ausgehen, dass wir mittlerweile im Tagesschnitt um 600-800 Kalorien weniger verbrauchen - als noch in der Mitte des letzten Jahrhunderts.


Essen - überall und immerzu

2. Nahrungsmittel sind jederzeit verfügbar. Das hat massive Auswirkungen auf den Stoffwechselkreislauf im Körper: Wann immer der kleine Snack zwischendurch gegessen wird, beginnt die Insulinausschüttung.

Das jedoch verursacht zwei Probleme:

1. Nach einem kurzen Hochgefühl sackt der Blutzuckerspiegel wieder ab, und Sie bekommen wiederum Heißhunger.

2. Als problematisch gilt, dass der Verbrennungsmodus, der zwischen den Mahlzeiten stattfinden kann (beginnt 2 - 3 Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme), unterbrochen wird. So sind permanent Nährstoffe im Blut vorhanden, die von den Zellen nicht mehr verwertet werden und schließlich zur Mästung der Fettzellen eben dort entsorgt werden.


Essen vom Fließband

3. Die Qualität der Lebensmittel hat sich verändert. Denn: In den letzten Jahren hat die Zahl industriell gefertigter Nahrungsmittel stark zugenommen. Diese jedoch haben sehr oft hohe Anteile an Stärke und Zucker in allen Formen (schnelle Kohlenhydrate).

An dieser Stelle ein paar Worte zu Kohlehydraten: No Carb oder Low Carb sind ja seit einigen Jahren sehr in Mode gekommen. Eines ist aber klar: Kohlehydrate sind nicht an und für sich schlecht, sie sind sogar unbedingt notwendig für eine gesunde Ernährung und damit für ein optimales Funktionieren des Körpers.

Aber: Es kommt ganz darauf an, welche Kohlehydrate wir zu uns nehmen. Je nach Aufbau der Kohlehydrate spricht man von einfachen Kohlehydraten (Monosaccharide, z.B. Traubenzucker) bis hin zu langkettigen Kohlehydraten (Polysaccharide oder Vielfachzucker, z.B. Stärke).

Kohlehydrate sind der wichtigste Energielieferant für den Körper. Der Kohlehydratbaustein Glucose wird durch das Blut an die Zellen geliefert und dort zur Energiegewinnung verbraucht. Das menschliche Gehirn benötigt pro Tag ungefähr 100 Gramm Glucose. Bei der Verdauung wird Glucose im Dünndarm ins Blut aufgenommen; das geht sehr schnell, da Glucose ein Monosaccharin ist.

Eine hohe Konzentration lässt den Blutzuckerspiegel (Glucose im Blut) anschnellen und löst damit eine umgehende Insulin-Produktion des Körpers aus. Die Folge: Schnelles High – aber: die Wirkung hält nur kurz an, der Blutzucker ist schnell verbraucht, die Blutzuckerkonzentration sackt ab (Unterzuckerung), und Sie bekommen Heißhunger.

Langkettige Kohlehydrate (z.B. in Vollkornprodukten oder Gemüse) brauchen länger im Darm, um in Glucose zerlegt werden zu können. Es kommt daher zu einer langsamen Aufnahme der Glucose und damit einem langsamen Anstieg des Blutzuckers. Die Sättigung hält länger an; es kommt nicht zur Blutzucker–Insulin-Explosion im Körper.

Erwähnen möchte ich aber auch hier, dass ein Zuviel an langkettigen Kohlehydraten (Vollkornprodukte) ebenfalls zu einer Gewichtszunahme führen kann. Denn sind die Zellen mit Glucose versorgt, machen diese zu, und die überflüssige Glucose wird in den Fettpölstern entsorgt.

Die Schlussfolgerung daraus: Kohlehydrate sind wichtig, man sollte aber die kurzkettigen (alle zuckerhältigen) Lebensmittel meiden und statt dessen auf langkettige Kohlehydrate setzen.


Mein Tipp für Sie

Der Schlüssel zu mehr Wohlbefinden und Ihrem Idealgewicht liegt in Ihrem Lebensstil. Den kann man nicht so einfach ändern, aber man kann ihn ändern.

Der erste Schritt: Entscheiden Sie sich wirklich bewusst für ein neues Leben. Sagen Sie nicht einfach: Ich möchte abnehmen (denn: niemand will wirklich abnehmen, aber alle wollen sich in Ihrem Körper wohlfühlen).

Setzen Sie sich ein konkretes Ziel. Zum Beispiel: Ich möchte in drei Monaten um 10 Kilogramm leichter sein. Legen Sie sich auf ein Ziel fest und suchen Sie dabei den Rat von Experten.

Der Erfolg beginnt in Ihrem Kopf! Und aus meiner Erfahrung heraus kann ich Ihnen versichern: 0,5 Kilogramm Fett pro Woche abzunehmen ist möglich! Sie können das schaffen!

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