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Tanitas Welt: Fragen und Antworten von "TT"

12.09.2012
Die britische Sängerin ("Twist in my Sobriety") schreibt in ihrem Blog zu verschiedenen Themen - und das ebenso ansprechend wie originell.

Vielen ist Tanita Tikaram aufgrund ihres Songs "Twist in my Sobriety" bis heute ein Begriff. Die Britin mit familiären Wurzeln in Malaysia und auf den Fidschi-Inseln, deren großes Vorbild Joni Mitchell ist, hat sich seit ihrem Durchbruch im Herbst 1988 in der Musikszene als ernstzunehmende Sängerin, Songwriterin und Gitarristin etabliert, wird jedoch von der breiten Öffentlichkeit kaum noch wahrgenommen.

Schade eigentlich, denn die Künstlerin gilt als vielseitig interessierte Bloggerin, die ihre Reise-Impressionen, Buchempfehlungen, Kultur-Tipps, persönlichen Gedanken und ansprechenden Fotografien schon seit Jahren großzügig mit ihrer Leserschaft teilt.

 

Zwischen Klassik und Moderne

Ob sie über einen ihrer Lieblingsautoren, den Österreicher Ernst Hans Gombrich, ihre Liebe zu klassischer Musik ("Ich liebe Geschichten und die klassische Musik ist voll davon"), moderne Kunst, Trödelmärkte in ihrem Londoner Heimatbezirk oder Schwellenängste vor neuen Alben-Produktionen und dem Kochen (das sie erst spät unter der Anleitung ihrer Mutter erlernt hat) schreibt - die Sängerin beweist in ihren Blog-Texten, wie schon in ihrer Musik, Stil und Takt.

Und nicht zuletzt Humor! Anlässlich ihres 40. Geburtstages vor drei Jahren hielt sie fest: "Als ich noch ein Teenager war, gab es da diese Serie "30 plus" und ich dachte mir damals, wie alt die Charaktere und völlig undurchschaubar deren Probleme doch seien. Jetzt bin ich 40 und denke das noch immer. Ich glaube, ich sollte mich allmählich von dieser eingeschränkten Sichtweise verabschieden!"

 

Kaffee, Kunst und Klassik

Ihre Treue schwört Tikaram dafür – wenn schon nicht jeder Devise - dem Kaffee, der sie durch den Tag begleitet. Und ihr auch einen guten Grund dafür liefert, so oft als möglich in Kunstausstellungen zu gehen ("weil Museen- und Galeriebesuche mit gutem Kaffee perfekt harmonieren"). Die Musikerin, die - wie sie zugibt - selten ein Album durchhört, sondern stets bei ihrem Lieblingssong hängenbleibt, erweist sich dabei als profunde Kennerin der Kulturszene mit unerschöpflichem Wissensdurst und großer Begeisterung für die Musik der 1960er-Jahre - "der goldenen Ära der großen Sänger und großen Songs".

In ihren aktuellen "Aufwach"-Liedern, die sie regelmäßig präsentiert, dominieren dennoch vorwiegend junge, unentdeckte musikalische Talente, die auch ihr als künstlerische Inspiration dienen, wie sie gerne zugibt. Warum es ihr insbesondere die spanische und italienische Musikszene angetan hat, offenbart auch ein kleines persönliches Dilemma der Sängerin: "Diese Songs verstehen es so wunderbar, den Zustand Verliebter zum Ausdruck zu bringen, wenn sie sich im Theater der Liebe befinden - geplagt von den Rollen und Konventionen, und es gleichzeitig genießen. In der englischen Sprache kann der Ausdruck dieses Gefühls leicht ein bisschen dümmlich oder verkrampft erscheinen."

Wenn Tikaram tiefer in ihr eigenes Innere blicken lässt, dann vor allem, wenn es um Musik geht: "Angesichts meiner Stimme würden vermutlich viele denken, dass ich persönlich am liebsten dunkle, ernsthafte Songs bevorzuge; aber ganz entgegen der allgemeinen Erwartungen fühle ich mich eher zu eingängigen, poppigen Liedern hingezogen."

 

Fünf Fragen an ...

Originelles Highlight ihres Blogs ist übrigens der „TT-Test“ – ein persönlicher Fragebogen, den Tanita Tikaram Frauen und Männern vorlegt, die sie nach eigenen Worten für "interessant, inspirierend und kreativ" hält ("am besten alle drei!", wie sie betont). Mittlerweile haben sich bereits etliche Musiker, Schauspieler, Schriftsteller und bildende Künstler den fünf Fragen (plus ein bis zwei individuellen Zusatzfragen) gestellt und dabei der Sängerin die Ehre erwiesen, originelle bis tiefgründige Antworten zu geben. - Auf Fragen, die man übrigens auch einmal Freunden oder guten Bekannten stellen könnte!

1) Welchen Song hörst du derzeit, um aufzuwachen? 2) Welches Kunstwerk oder welches Ereignis haben dich bei deiner Berufswahl am meisten beeinflusst? 3) Wenn du in die Vergangenheit reisen könntest, welche Zeit möchtest du am liebsten erleben und warum? 4) Ich liebe es, essen zu gehen und neue Lokale zu entdecken - kannst du mir eines empfehlen? 5) Was war der beste Rat, den man dir in beruflicher Hinsicht je gegeben hat?

Auf letzte wusste übrigens Schauspielerin Lubna Azabal eine bestechende Antwort, die wohl auch Tanitas Devise sein könnte, geht man nach ihren Blog-Einträgen: "Folge deinem Instinkt, den Rest erledigt das Leben!"

 

Artikel, informative Websites oder Sehens- bzw. Hörenswertes in Radio und Fernsehen: In unserer Kolumne "Media's Digest" stellt relevant-Redakteurin Ute Rossbacher wöchentlich ihre Medientipps vor.

 

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