Quelle: ZAMG

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relevant Sprechstunde - Dr. Petra Fabritz

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Dr. Petra Fabritz

Falsche Ernährungsgewohnheiten mit Folgen

02.03.2011
Die Leiden, die Diabetes mit sich bringt, sind gravierend. Beugen Sie vor!

Die Internistin und Spezialistin für Ernährungs- und Präventionsmedizin Dr. Petra Fabritz greift in ihrer Sprechstunde medizinische Themen rund um die wichtigsten Gesundheitsfragen der Gegenwart auf und stellt Lösungs- bzw. Präventionsstrategien vor.

Dr. Petra Fabritz betreibt eine eigene Privat-Ordination mit den Schwerpunkten Gewichtsmanagement, Stressmanagement und Ernährungsmedizin. Zielsetzung ihrer medizinischen Tätigkeit ist es, über frühzeitige und gezielte Intervention Folgebeschwerden und Krankheiten zu verhindern.


An Stärke reiche Nahrung ist auch eine Herausforderung für unseren Stoffwechsel. Denn: Die Stärke wird in Traubenzucker zerlegt; dieser wiederum geht rasch ins Blut über und flutet in Zuckerwellen den Körper. Die Antwort der Bauchspeicheldrüse erfolgt prompt: Sie schüttet Insulin aus - das wichtigste Hormon der Blutzuckerregulation. In Summe wirkt es stark blutzuckersenkend, indem es das Einströmen von Blutzucker in die Zellen (Fett und Muskelgewebe) fördert.


Power-Hormon Insulin

Das Hormon Insulin ist also der wichtigste Player beim Ab- oder Zunehmen. Es steuert die in Blut gelösten Nährstoffe (Glucose (Zucker), Eiweiß, und Fettsäuren) auf ihrem Weg zu den Zellen.

Der wichtigste Faktor dabei ist die Konzentration des Blutzuckers. In der normalen Nüchternphase haben Sie einen Blutzuckerspiegel von etwa 90mg/dl. Nach der Nahrungsaufnahme steigt dieser stark an.

Insulin dockt an den Rezeptoren der Zellen an und ermöglicht so die Aufnahme der Nährstoffe in die Zellen. Diese werden dort in den Mitochondrien zur Energiegewinnung verbrannt oder als Zellbausteine (Amminosäuren = Eiweißbausteine) verwendet.

Ist die Zelle allerdings voll versorgt, verschließt sie sich einer weiteren Aufnahme von Nährstoffen. Sollte zu viel Nahrung aufgenommen worden sein, kommt es zu einem Stau an Nährstoffen im Blut.


Mehr Fett statt Energie

Ein tückischer Kreislauf: Da die Bauchspeicheldrüse ein Überangebot von Zucker im Blut feststellt, erhöht sie weiter die Insulinausschüttung, um die Nährstoffe aus dem Blut zu bekommen. Nun bleibt nur noch eine Möglichkeit, die überschüssigen Nährstoffe "loszuwerden" - das Insulin entsorgt die Nährstoffe ins Fettgewebe und baut dieses damit weiter auf.

Sie erinnern sich: Der Notversogungsmodus schlägt zu (Überangebot an Nahrung wird für schlechte Zeiten in Fettgewebe gebunkert); nur, dass es heute keine Zeiten mit schlechter Versorgungslage mehr gibt. Der Wohlstandsbauch wächst.


Der sichere Weg zu Diabetes

Eine permanent hohe Konzentrationen von Nährstoffen und Zucker verursacht eine hohe Ausschüttung von Insulin. Die Zellen werden permanent mit Insulin "belagert" und nach langen Jahren der "Belagerung" resistent gegen das Insulin. Paradoxerweise werden die Zellen dann nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt, und gleichzeitig lagert das überschüssige Insulin die Nährstoffe ins Fettgewebe ein. Die Krankheit nennt man Diabetes Typ II, an der heute bereits 600.000 Österreicher leiden.


Mein Tipp für Sie

Diabetes tut am Anfang nicht weh. Aber: Die Folgen sind gravierend – Verlust des Augenlichts, eines Beines, offene Wunden, Dialyse, Schlaganfall ...

Kennen Sie Ihren Blutzuckergehalt? Ist er geringer als 90mg/dl, dann ist alles in Ordnung. Gratulation.

Wenn Sie ihn aber nicht kennen, lassen Sie den Wert von Ihrem Arzt bestimmen, und sprechen Sie mit ihm über das Ergebnis!

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