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relevant Sprechstunde - Dr. Petra Fabritz

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Dr. Petra Fabritz

Serie Übergewicht: Die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts

09.02.2011
Thema Gesundheit: Die neue Sprechstunde auf relevant.at.

Die Internistin und Spezialistin für Ernährungs- und Präventionsmedizin Dr. Petra Fabritz greift in ihrer Sprechstunde medizinische Themen rund um die wichtigsten Gesundheitsfragen der Gegenwart auf und stellt Lösungs- bzw. Präventionsstrategien vor.

Dr. Petra Fabritz betreibt eine eigene Privat-Ordination mit den Schwerpunkten Gewichtsmanagement, Stressmanagement und Ernährungsmedizin. Zielsetzung ihrer medizinischen Tätigkeit ist es, über frühzeitige und gezielte Intervention Folgebeschwerden und Krankheiten zu verhindern.


Zum Einstieg in die Serie rund ums Körpergewicht einige Zahlen:


Übergewicht bei Erwachsenen in Prozent

Quelle: OECD Studie September 2010


Dabei wird die Grenze zum Übergewicht durch den sogenannten Body Mass Index kurz BMI bestimmt. Der BMI ergibt sich als Verhältnis zwischen Gewicht in kg und Körpergröße zum Quadrat (kg/m2). Laut Definition der WHO gelten Erwachsene mit einem BMI zwischen 25 und 30 als übergewichtig und Personen mit einem BMI von über 30 als fettleibig. Ein Beispiel: Eine Frau mit 60 kg und 1,5 m Grösse hat einen BMI von 26,6 = 60/(1,5 x 1,5) und ist daher laut Definition übergewichtig. Ich möchte an dieser Stelle nur darauf hinweisen, dass die Verwendung des BMI nur für eine Grobklassifikation geeignet erscheint, da sie nicht auf die Körperszusammensetzung eingeht. So könnte die Frau aus dem Beispiel eine Bodybuilderin mit 60 kg sein wäre laut BMI übergewichtig, hat aber kein Problem mit "überschüssigem Fett". (Ich werde auf dieses Thema und die Lösung noch im Artikel Diagnostik des Übergewichts eingehen.) Für eine grobe Klassifikation erscheint der BMI aber geeignet.

Aus der Studie sehen wir, dass aktuell 57% der Männer und 43% der Frauen in Österreich übergewichtig sind. Das sind über 4 Millionen Personen. Als besonders problematisch erweist sich weiters, dass die Gewichtszunahme immer weiter fortschreitet. So konnte in den letzten 10 Jahren eine Zunahme von 10% bei den übergewichtigen Männer und 13% bei den Frauen festgestellt werden. Als adipös, also fettleibig (BMI von mehr als 30), gelten aktuell rund 11% der Männer und Frauen. Dabei hat sich die Zahl der adipösen Personen in den letzten 10 Jahren um fast 30% gesteigert.


Welche Gesundheitsprobleme sind mit Übergewicht verbunden?

Adipöse Menschen sterben etwa 8 bis 10 Jahre früher als Personen mit normalem Gewicht. Die Wahrscheinlichkeit, an Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zu erkranken, steigt signifikant mit der Zunahme des Gewichts.

Laut OECD liegt der Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen die Fettleibigkeit in einem gemeinsamen Vorgehen von Regierungen und Wirtschaft. Mit einer Präventionsstrategie, die sich auf Kampagnen zur Gesundheitsförderung, staatliche Regulierungen und eine hausärztliche Betreuung fettleibiger Patienten stützt, könnten zukünftig Hunderttausende vor dem Tod in Folge von chronischen Erkrankungen gerettet werden.


Mein Tipp für Sie

Berechnen Sie doch Ihren eigenen BMI:

BMI = Gewicht in kg/(Körpergröße in Meter x Körpergröße in Meter)

BMI < 18,5 – Untergewicht
BMI 18,5 – 25 Normalgewicht
BMI > 25 Übergewicht
BMI > 30 Adipositas

Aber wie gesagt, der BMI ist nur eine Richtgröße, es kommt auf die Körperzusammensetzung (Fettanteile, Muskelanteile...) an. Diese können Sie mittels einer Bioimpedanzanalyse bestimmen lassen.

Im nächsten Teil mehr über die Gründe des fortschreitenden Übergewichts.


Die Autorin: Dr. Petra Fabritz betreibt neben Ihrer Krankenhaustätigkeit eine eigene Privatordination mit den Schwerpunkten Gewichtsmanagement, Stressmanagement und Ernährungsmedizin. Zielsetzung Ihrer medizinischen Tätigkeit ist es über möglichst frühzeitige gezielte Intervention Folgebeschwerden und Krankheiten zu verhindern.

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