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True Grit: Verfilmung eines Literaturklassikers

01.02.2011
Der Western feiert ein Comeback - nicht nur im Kino.

Ende Februar kommt der - bereits für den Oscar mehrfach nominierte - amerikanische Edel-Western "True Grit" in die österreichischen Kinos. Es handelt sich dabei um ein Remake von Joel und Ethan Coen, in dem Jeff Bridges in jener Rolle zu sehen sein wird, mit der John Wayne seinerzeit in "Der Marshall" zu Oscar-Ehren kam.

Das Drehbuch zu beiden Filmfassungen basiert auf einem amerikanischen Literaturklassiker - einer Geschichte, die im immer noch Wilden Westen spielt und mit der dem Schriftsteller Charles Portis 1968 der große Wurf gelang.

In deutscher Übersetzung seinerzeit unter dem Titel "Die mutige Mattie" veröffentlicht, ist der Roman nun rechtzeitig vor dem Kinostart - diesmal unter dem Originaltitel "True Grit" - in einer überarbeiteten Neuauflage als Taschenbuch erschienen.


Der Western-Held ist eine Frau

Erzählt wird die durchaus unterhaltsame Geschichte aus der Sicht der vierzehnjährigen Mattie Ross (im Coen-Film gespielt von Hailee Steinfeld), die sich nach dem Mord an ihrem Vater, "dem sanftesten und ehrenwertesten Mann, der je gelebt hat", furchtlos auf den Weg macht; um - mit dem Haftbefehl in der Tasche - selbst für die Festnahme des Mörders zu sorgen.

Da ihr klar ist, dass sie das allein unmöglich schaffen kann, versucht sie Rooster Cogburn - einen von Leben und Alkohol gezeichneten Marshall - mit einer entsprechenden Geldsumme zu überreden, ihr zu helfen. Er gilt als "Mann ohne Mitleid, zäh und völlig angstfrei." Mit dem Texaner La Boeuf, der im Film von Matt Damon verkörpert wird, schließt sich ihnen noch ein Dritter an, der mit dem gesuchten Mörder eine Rechnung offen hat.

Die abenteuerliche Reise ist und bleibt dramatisch bis zum Schluss, wenn Mattie in einer Schlangengrube feststeckt, in der auch endlich die Leiche des verfolgten Mörders landet und sich "ein dicker Schlangegroßvater" um die Stiefel ihres Retters ringelt, was natürlich nicht ungestraft bleiben kann.


Ein Fest für Western-Fans

Die Geschichte wartet mit starken Charakteren und wortwitzigen Dialogen auf und liefert nostalgischen Western-Fans gute Gründe, dem Buch noch vor dem Film eine Chance zu geben.

Für Erheiterung sorgt beim Lesen der burschikose Erzählstil der Protagonistin, die völlig unbeirrt ihren Weg geht, dabei immer wieder mit dem jungen La Boeuf aneinander gerät und sich ihre Schwierigkeiten mit Männern am Ende so erklärt: "Eine Frau, die Grips im Kopf hat und kein Blatt vor dem Mund nimmt, ist da vielleicht ein bisschen im Nachteil."

Truman Capote, von dem die Romanvorlage zu dem Filmklassiker "Frühstück bei Tiffany" stammt, bezeichnete "True Grit" seinerzeit "als eines der köstlichsten Bücher, die ich je gelesen habe".


Buchtipp

Charles Portis True Grit - erschienen im rororo Verlag


Renate Rossbacher ist freie Autorin. 1998 hat sie ihren Lyrik-Band "Man wird nicht reif, man wird nur müde" im Karin Fischer Verlag veröffentlicht; seitdem weitere Gedichte und Kurzgeschichten in Literaturzeitschriften und Anthologien.

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