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Fragen Sie Heinz!

27.06.2012
Der deutsche Serienheld Heinz Becker braucht nur fünf Minuten, um anderen die Welt zu erklären. Was vor allen Dingen daran liegt, wie er sie sieht.

Wenn es um die EU geht, hatte Heinz Becker schon 1992 - noch lange vor der Währungsunion - seine ganz eigenen Ansichten: "Wie es es dann mit ihrem Europa, wo sie die ganze Zeit dran rumbasteln? Die könnten längst ihr Europa haben, weißt du wie? Wenn Paris die Hauptstadt wär, die Engländer uns sagen könnten, was wir zu tun haben, und Deutschland alles bezahlen tät. So sieht's aus!"

Ja, so einfach kann man Europa erklären ... zumindest in der Welt eines Heinz Becker.


Ein Heimwerker zimmert sich die Welt

Die Figur, der der einstige Grafiker und Kabarettist Gerd Dudenhöffer vor 30 Jahren auf den deutschen Kleinbühnen erstmals Leben einhauchte, wurde durch die gleichnamige ARD-Comedy ab 1992 landesweit zum Serienhit.

Nicht seine Optik ist es, die Heinz Becker zum Helden formt, wenn sie auch unbestritten ein eindeutiges Erkennungsmerkmal darstellt. Mit seiner Kappe, dem beige-farbenen Polyester-Blouson, dazu passenden Hemden und Bundfaltenhose gibt sich der Saarländer ja eher unauffällig. Dafür stechen seine Ansichten, die sich der leidenschaftliche Heimwerker und Baumarkt-Zaungast von seinem Häuschen in Bexbach aus zimmert, umso stärker ins Auge.

Charme, Feinsinnigkeit oder gar Takt sind weniger seines, dafür Vereinssitzungen, Stammtischabende im guten alten Wirtshaus um die Ecke und ungebetene Belehrungen aller Art gegenüber seiner Ehefrau, der leidensfähigen und naiven Hilde, und dem halbwüchsigen Sohn Stefan, der mit seiner gymnasialen Bildung der heimliche Philosoph in der Familie ist, mit seinen Erkenntnissen den Vater jedoch kaum zu beeindrucken vermag. Denn Becker senior weiß nicht viel, das freilich hält ihn nicht davon ab, sich zu allem zu äußern. Das Phänomen ist, dass er mit seinen schlichten Formeln nicht selten den Kern der Sache trifft - sehr zur Erheiterung seiner Fan-Gemeinde.


Schrullig, bieder - einfach Heinz

Vor allem in der kongenialen Besetzung mit Gerd Dudenhöffer als Heinz, Alice Hoffmann als Hilde und Gregor Weber als Stefan ist die Serie, die in ihrem Jubiläumsjahr in Wiederholungen immer noch in den dritten Programmen zu sehen ist, ein wahres Fernseh-Highlight. Vorausgesetzt, man kann der Biederkeit und Schrulligkeit von Hilde und Heinz etwas abgewinnen.

Dessen ungeachtet haben die drei Protagonisten und ihre Nachbarn unbestritten einige Sager geprägt. Hier ein kleines Best Of:


Die Beckers im O-Ton

"Ich bin net abergläubisch. Bringt nur Unglück." (Heinz Becker)

Hilde: "Wie heißt das do, wo die Pfirsiche herkommen?" - Heinz: "Dosen?

Stefan: "Wir könnten uns ruhig einmal einen Geschirrspüler kaufen." - Heinz: "So oft wird dei' Mutter gar net krank."

Friseurin zu Hilde: "Geld allein macht halt a net glücklich." - Hilde: "Man müsst' ja net alleine bleiben."

Heinz packt sein Weihnachtsgeschenk aus: "Ah, 'Die Geschichte der Bundesliga' ..." - Hilde: "Ich dachte, die gibt's wirklich."

Dialog bei örtlicher Modenschau: "Sowas kann ma' mit 50 nimma tragen. - "Dann tragen wir's halt mit Fassung."

Stefan erzählt vom arbeitslosen Vater seines Freundes Tom: "In seiner Firma haben sie rationalisiert." - Heinz: "Das ist doch kein Grund, jemanden zu entlassen."


Die besten Folgen

Achtunddreißig Fünf Hilde liegt krank im Bett. Heinz und Stefan melden sich wohl oder übel zum Küchendienst, den sie allerdings vor allem für Gespräche über die moderne Arbeitswelt nützen.

Herzlich willkommen! Die Direktion Beim Preisausschreiben des Bausparer-Magazins hat Hilde ein Wochenende in einem Fünf-Sterne-Hotel gewonnen. Die meisten täten sich freuen. Für Familie Becker, im Reisen ungeübt, tun sich allerhand Hürden auf - auch dort, wo eigentlich keine sind.

Im Supermarkt Der klassische Wochenend-Einkauf ist eigentlich kaum der Rede wert. Anders freilich ist die Lage, wenn es sich um die Beckers handelt.

Die Modenschau Das Modehaus des Ortes veranstaltet in der Mehrzweckhalle eine Modenschau, bei der die Beckers einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Einschließlich Heinz Heinz hat sich im Badezimmer eingeschlossen und den Schlüssel abgebrochen. Zeit genug für ihn, um zu überlegen, was er alles ändern wird, wenn er erst einmal wieder in Freiheit ist!

Alle Jahre wieder Tannen-Nadeln im Teppichboden - "Akupunktur gegen Weihnachtsstress" (O-Ton: Heinz), der bereits beim Keksebacken beginnt und mit der buchstäblichen Bescherung endet.

In der Bar Mit seinen Kumpels verschlägt es Heinz an einen ungewöhnlichen Ort - in die neue Bar, die mit Amüsiermädchen lockt. Diese allerdings haben bei ihm keine Chance. Denn Heinz spart beim Geld, zum Leidwesen der Damen aber nicht mit Worten. Gekonnt witziger Auftritt der damals noch relativ unbekannten Martina Gedeck.


Artikel, informative Websites oder Sehens- bzw. Hörenswertes in Radio und Fernsehen: In unserer Kolumne "Media's Digest" stellt relevant-Redakteurin Ute Rossbacher wöchentlich ihre Medientipps vor.

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