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provokant - die Einserkolumne

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18.05.2012
Wenn sich Männer nach "Tetschn" sehnen: Jedem das Seine - außerhalb der Schule.

Zugegeben, eine politische Kolumne über Uwe Scheuch, ist ähnlich unoriginell wie eine Pointe über Alfons Haider im Kabarett Niedermair. Aber er bettelt halt schon sehr darum, der Uwe.

Zur Erinnerung und zum Zungenschnalzen: Der Kärntner FPK-Chef und Bildungsreferent (!), Uwe Scheuch, hat sich in der vergangenen Woche "a klane Tetschn" gewünscht. Leider betrifft das nicht sein ganz privates Vergnügen, sondern er regte das als pädagogische Maßnahme für Lehrer im Schulbetrieb an.

Dazu muss gesagt werden: Der Scheuch Uwe hatte es oft nicht leicht im Leben. Zur Schule ging er im rauen Mühldorf. Ein Ort, über den Alpinist Kyselak einst schrieb: "So viele Mühlen und Wasserfälle habe ich so bald nicht in einem Dorfe beisammen gefunden; der Wind peitschte die abstürzenden Gewässer vollends zu einem Gußregen über die Häuser."

Getrockneten Hauptes kam Scheuch dann nach Wien, wo ihm sein Kärntner Idiom gewiss das Studentenleben nicht gerade erleichterte. Dann wieder zurück in der Heimat. Eine politische Karriere, die zu Höhenflügen ansetzte. Aber auch sein Aufstieg zum Landeshauptmann-Stellvertreter hatte einen hohen Preis: Die Sonne musste damals vom Kärntner Himmel fallen.

Großvater Robert war aktives NSDAP-Mitglied – auch wenn der Bub nichts dafür konnte, ein gewisse familiäre Last war nie wegzuleugnen. Naja, und dann noch diese blöde Part-of-the-game-Affäre.

Aber: Scheuch hat es trotz aller Wirren und Hürden zu etwas gebracht, ist oft gut gekleidet und noch besser gebräunt im Rampenlicht. Wer, wenn nicht er, weiß daher: Wo viel Licht, da viel Schatten. Wo ein Gipfelsieg, da auch Schweiß, Mühsal und Schmerzen. Kein Triumphgefühl ohne Erniedrigung. Keine Lust ohne Schmerzen.

So möchte Uwe Scheuch ganz offensichtlich stets daran erinnern, dass Ruhm nicht ohne Niederlagen zu haben ist. Ein Klaps kann da schon mal den Highflyer erden und das erleichternde Gefühl geben, für das verboten Gute im Leben bestraft zu werden.

Dabei ist Scheuch auch gar nicht alleine: Mit wohligem Schaudern erinnert sich Landeshauptmann Gerhard Dörfler offen an "viele gsunde Watschen" und bedauert wahrscheinlich dabei in manchen Momenten, nicht mehr kurz behost die Schulbank drücken zu müssen.

In einer modernen Gesellschaft sind allerlei Fantasien erlaubt, solange sie nicht jemandem tatsächlich Schaden zufügen. Also: "Tetschn", wer’s will und braucht. Aber natürlich nicht in der Schule.


Ein PS an die ZiB-Redaktion: Die italienische Staatssekretärin Dassù heißt Marta. Merda, wie am 15.5. im Insert zu lesen, heißt ja auch etwas auf Italienisch, aber das war wohl bei allem Euro-Schlamassel nicht gemeint.


Sascha Bém ist Chefredakteur von relevant.at

sascha.bem[at]relevant.at

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