Wie ein Vierundzwanzigjähriger habe er sich gefühlt, als er das romantische Liebeslied "My Valentine" für seine dritte Frau geschrieben habe, spontan und mühelos sei ihm der Song aus dem Herzen und aus der Feder geflossen, gestand Ex-Beatle Paul McCartney letzten Herbst in einem Interview. Aus Anlass seiner Hochzeit wurde die Liebesballade an seine Frau, die seinem aktuellen Album "Kisses On The Bottom" entstammt, bereits letzten Oktober frei gegeben.
Wie jedes Jahr schickt auch Hollywood pünktlich zum Valentinstag einen zu Herzen gehenden Liebesfilm in die Kinos dieser Welt. Im eigenen Land hat "Für immer Liebe" (The Vow) gleich am ersten Wochenende mehr als 40 Millionen Dollar eingespielt und somit alle andern Filme im Ranking weit abgeschlagen auf die hinteren Plätze verdrängt. Dem Film, der seit wenigen Tagen auch in den heimischen Kinos zu sehen ist, soll eine wahre Geschichte zugrundeliegen.
Rachel McAdams (alias Paige) als Bildhauerin und Channing Tatum (alias Leo) als Musiker geben ein Paar, das in seiner Beziehung den Punkt erreicht hat, wo sich das Gefühl einstellt, das könnte etwas fürs Leben sein. Ein Moment des Übermuts führt zu einem Unfall, der von einem Augenblick zum anderen alles verändert. Paiges Erinnerung an Leo scheint wie ausgelöscht. Ein schweres Hirntrauma macht sie wieder zu dem unsicheren, abhängigen Mädchen, das sie einst gewesen ist. Und weder Eltern noch Ex-Freund haben Interesse daran, das sich daran etwas ändert.
Das Wunder Liebe offenbart sich hier in Leos unerschütterlichem Glauben an das, was ihn einst mit Paige verbunden hat, auch wenn sie ihm nach diesem Unfall auf den ersten Blick wie eine Fremde erscheint, die sich auch zu ihm wie zu einem Fremden verhält, und eine neuerliche Annäherung kaum möglich scheint.
Alle Jahre wieder
Während dieser Tage Ökonomen via Twitter Liebesgrüße zum Valentinstag an die US-Notenbank schicken und ihrer Freude über die Niedrig-Zins-Politik der Fed mit Worten wie "Ich würde dich gern über Nacht ausleihen und dich bis zur Exspiration halten" (Alan Beattie, Financial Times) Ausdruck verleihen, formieren sich laut Zeitungsmeldungen in London da und dort Protestgruppen, die sich gegen das angebliche "Pärchendiktat" stark machen und gegen diesen für viele zum "Kommerz-Event" verkommenen Tag der Liebenden auftreten.
Und das, obwohl der 14. Februar bereits im alten Rom als Feiertag zu Ehren von Juno, der Göttin der Ehe und der Geburt begangen wurde und man ihr zu Ehren schon damals Frauen mit Blumen beschenkt hat. Der Name geht übrigens auf Valentin von Terni zurück, einem Priester der im 3. Jahrhundert Paare nach christlichem Ritus getraut und damit gegen den Befehl des römischen Kaisers verstoßen haben soll.
Wie auch immer man es sehen will, die Filmindustrie weiß derartige Ereignisse jedenfalls zu nutzen und sorgt alljährlich mit romantischen Komödien und Liebesdramen aller Art für Herzschmerz, aber vor allem dafür, dass die Kinokassen kräftig klingeln.
Filme zum Valentinstag
Valentinstag
Er steht einfach nicht auf dich
27 Dresses
My Blueberry NightsDie Liebe in Zeiten der Cholera
Man muss mich nicht lieben
Was das Herz begehrt
Ein Chef zum Verlieben
Renate Rossbacher ist freie Autorin.

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