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Fall Grasser: Fortsetzung folgt

Roland Schlager/APA/picturedesk.com

Reinhard Göweil

Die Unschuldsvermutung

09.09.2010
"Natürlich ist nichts bewiesen, aber allein die Fülle der Details ist fürchterlich."

Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser hat zwei umfassende Befragungen durch den Staatsanwalt hinter sich. Damit erledigt ist die Sache aber noch lange nicht, schreibt Chefredakteur Reinhard Göweil in der "Wiener Zeitung":

Unter der Voraussetzung der Unschuldsvermutung rekapituliert Göweil ungeklärte Fragen: Novomatic soll just zum Zeitpunkt der Glücksspielnovellierung - noch während Grassers Amtszeit also - dessen Trauzeugen Walter Meischberger 450.000 Euro gezahlt haben. Am Ende, so der Chefredakteur ohne Wertung, stehe ein neues Gesetz, mit dem Novomatic durchaus zufrieden sein könne. Alles nur Zufall? Während der ehemalige Finanzminister - Göweil zufolge - von einer "Hetzjagd" spricht, sei diese Episode nur eine von vielen, denen die Staatsanwalt derzeit nachgeht. Eine von vielen, die schwere Schatten über die Ära der schwarz-blauen Koalition legen, wie der Autor bemerkt.

Eine kleine Auswahl der vielfältigen Vorwürfe bzw. Verdachtsmomente zählt Göweil noch einmal auf: Konten in Liechtenstein, dubiose Stiftungen, Ungereimtheiten bei der Hypo Alpe Adria, dem Verkauf der Bundeswohnungen (Buwog) oder Grassers Segel-Ausflug auf der Yacht von Julius Meinl. Wobei der Autor mit dem vielsagenden Nachsatz schließt: "Natürlich ist nichts bewiesen, aber allein die Fülle der Details ist fürchterlich."

Ein Fall also, der noch lange nicht zu den Akten gelegt werden könne, ist der Chefredakteur überzeugt. So sehr es sich auch Grasser wünschen möge.

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