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Erst D, dann A: Glücksspiel-Monopole fallen

Nowosti/ullstein bild/picturedesk.com

Reinhard Hönighaus

Wetten, dass Frankreich ein Vorbild ist ...

09.09.2010
"Deutschland sollte den Markt kontrolliert öffnen, denn das nutzt auch dem Staat."

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs mag der deutschen Regierung auf den ersten Blick missfallen. Aber jenes gibt ihr auch neue Möglichkeiten in die Hand, erläutert Reinhard Hönighaus in der "Financial Times Deutschland" am Beispiel Frankreich:

Hönighaus nimmt das jüngste Urteil aus Luxemburg gelassen auf. Denn er denkt dabei an die Franzosen, die sich diesem bereits vor wenigen Monaten stellen mussten und daraus - wie er findet - das Beste gemacht haben. Ein gangbarer Weg, auch für Deutschland, wie er betont: "Die Bundesländer sollten den Markt kontrolliert öffnen, denn das nutzt auch dem Staat."

Dazu von Hönighaus ein Blick auf die derzeitige Lage: Die Zahl privater Glücksspiel-Anbieter steige und steige, laut Expertenschätzungen auf einen Anteil von 30 Prozent bis zum Jahr 2015! Womit der Autor auch auf ein Dilemma des Staates hinweist: Bisher nämlich durften staatliche Glücksspielbetreiber ihre Angebote nicht im Internet anbieten. Was ein Abwandern vieler Kunden zur privaten Konkurrenz förderte. Einnahmen, die Bund und Ländern allerdings schmerzlich fehlten - vor allem im Bereich der Sportförderung.

Frankreich habe in dieser Hinsicht den goldenen Mittelweg gefunden, zeigt sich Hönighaus angetan: Der Staat liberalisierte in einem ersten Schritt den Glücksspiel-Markt nur zum Teil und behielt sich gleichzeitig die Lizenzierung bzw. Überwachung der privaten Anbieter vor. Was zur Folge habe, dass von den eingenommenen Steuern nun wieder ein guter Teil in den Sport-Bereich zurückfließe. Ein Modell, das sich bewähre und daher auch in Deutschland funktionieren könne, zeigt sich der Autor ermutigt.

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