Terry Jones, ein bislang unbekannter Geistlicher aus Florida, zieht mit provozierenden Aktionen und Thesen gegen den Islam zu Felde. Yassin Musharbash im "Spiegel", mit wem es die Medien und ihre Leser hier zu tun haben:
Jones wolle nicht weniger als das, schildert Musharbash: Auf dem Grundstück seiner kleinen Glaubensgemeinschaft - dem "Dove World Outreach Center" in Gainsville (Florida) - Koran-Ausgaben verbrennen. Und man könne, ringt der Autor um Fassung, wahrlich nicht behaupten, dass der Mann nicht wisse, was er tue. Im Gegenteil: "Es ist ein kalkulierter Akt der Provokation. Man könnte auch sagen: des Hasses."
Musharbash über die abschreckende Methodik des Geistlichen: Unter dem Motto "Der Islam ist der Teufel" verkaufe Jones Tassen, Shirts und Kappen und verbreite seine kruden Gedanken im Internet. Dazu folgende - mehr als zweifelhafte - Begründung für die geplante Koran-Verbrennung: Diese richte sich nicht gegen Muslime persönlich, sondern nur deren Glaubensbuch, das Jesus leugne; damit kein heiliges Buch sei und verbrannt werden dürfe.
Ein medialer Feldzug, der auch nicht vor seinen eigenen Landsleuten halt mache, lässt Musharbash tief in die Seele des verstörenden Evangelikalen blicken: Ob Abtreibung oder Homosexualität - die Liste menschlicher Verfehlungen im Sinne Jones' sei lang. Ein zu allem Entschlossener, dem eine wachsende Gegenbewegung in den USA gegenüberstehe. Was Musharbash zwar goutiert, gleichzeitig jedoch relativiert: Denn Terry Jones wird seiner Einschätzung nach wohl nicht aufzuhalten sein.

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