In ihrem Blog "Democracy in America" kommentieren die US-Korrespondenten des britischen Wochenmagazins "The Economist" das politische Geschehen in den USA. Darunter auch die vom Geistlichen Terry Jones angekündigte Koran-Verbrennung am neunten Jahrestag von 9/11:
Menschen, die verrückte oder geistlose Dinge tun, habe es ja schon immer gegeben, ruft der unter dem Namenskürzel M.S. schreibende Journalist seinen Lesern ins Gedächtnis. Um zur für ihn entscheidenden Frage zu kommen: Wie clever sei es daher, gerade jenen in der täglichen Berichterstattung so viel Raum zu geben?
Eine Kritik, die der Autor in Richtung Medien abfeuert, die dieser Tage umfassend über Terry Jones berichten. Jenen Geistlichen aus Florida, der zur öffentlichen Koran-Verbrennung just am Gedenktag der Terroranschläge von New York aufgerufen habe. Eine Aktion, die den Korrespondenten selbst nur wenig tangiert: "Es ist ein freies Land, und das Recht, Beatles-Alben, die amerikanische Flagge oder was auch immer zu verbrennen (...) ist eben Teil unserer modernen Auslegung der Verfassung."
Und doch, gibt auch er zu, handle es sich im Falle der Koran-Verbrennung um ein ungleich gefährlicheres Kaliber. So reiht sich der liberal gesinnte Korrespondent letztlich ebenso in die Reihe derer ein, die Jones davor warnen, die arabische Welt auf diese Art und Weise zu provozieren. Zumal tausende US-Soldaten gerade in Afghanistan stationiert seien, wie er zu bedenken gibt.
Eine Stelle, an der der Autor wieder die Kurve zu seiner anfänglichen Medienkritik nimmt: Wir sind gerade alle miteinander Zeuge gegenseitiger Provokationen zweier extremer religiöser Welten. Die, wie M.S. nachdenklich ergänzt, im Zentrum einer Berichterstattung stehen, die ihnen erst ihre Wichtigkeit gegeben habe. Und das bereitet dem Autor mehr Sorgen, als das Faktum, dass es Provokateure gibt: "Die Extremisten auf beiden Seiten steigern ihre mediale Bekanntheit bzw. politische und gesellschaftliche Macht - und haben allein damit schon gewonnen."

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