Ob Energiepolitik, Lehrerkompetenzen oder Gesundheitswesen - die Länder geiseln den Bund mit ihrer Forderung nach noch mehr Macht. Das schreit geradezu nach erzieherischen Maßnahmen, so Martin Fritzl in der "Presse":
Die Voraussetzungen für eine Reform, die die Verhältnisse zwischen Bund, Ländern und Gemeinden neu regelt, seien gut wie lange nicht, so Fritzl: Rot-Schwarz brauche ab dem Herbst für zwei Jahre keine Wahl mehr zu fürchten und habe mit der Wirtschaftskrise ein Faustpfand in der Hand, um die Strukturen in den Länderverwaltungen zu verschlanken. Doch der Autor wagt schon gar nicht mehr zu hoffen. Denn, skizziert er das Dilemma: Wenn Niederösterreichs Landeschef Erwin Pröll auf den Tisch klopft, werde ihm sein Neffe Josef - seines Zeichens Vizekanzler - wohl kaum widersprechen. Ebenso wenig wie Kanzler Werner Faymann seinem mächtigen Parteikollegen, Wiens Bürgermeister Michael Häupl. Kurzum, bemerkt Fritzl bitter: Der Bund knicke in voreiligem Gehorsam vor den Ländern ein, statt sich zu behaupten.
Dabei gebe es durchaus erzieherische Maßnahmen, erinnert der Autor: Denn derzeit bestimmen die Länder, und der Bund zahlt. Doch wie rasch würde sich die Lage ändern, drehe die Regierung den Spieß einfach um, ist er überzeugt: "Dann müssen die Landeshäuptlinge nicht nur fürs Geldausgeben zuständig sein, sondern auch fürs Steuereinheben." So mancher Landeschef würde vielleicht ja doch etwas besonnener mit dem Geld seiner Steuerzahler umgehen als bisher. Ein Gedanke, mit dem sich der Autor durchaus anfreunden kann. Denn vom Gedanken, dass es unter dieser Regierung noch zu einer Verwaltungsreform kommt, hat er sich offenbar schon verabschiedet.

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