Da die FPÖ mit dem dumben Online-Spiel "Moschee baba" einmal mehr verantwortungslos agiert, liegt jetzt umso mehr Verantwortung bei ÖVP und SPÖ. Sie könnten auf Unterstützung seitens der Steiermark-FP nach der Wahl angewiesen sein. Dass aus hygienischen Gründen nicht jede Hilfe auf dem Weg zur Macht annehmbar sein darf - dieser Meinung schließen sich auch Josef Votzi (Kurier) und Martin Fritzl (Die Presse) in ihren Kommentaren an. Votzi: "Voves (Spitzenkandidat SPÖ Steiermark, Anm.) und Schützenhöfer (ÖVP-Spitzenkandidat, Anm.) müssen rasch klarstellen, dass diese FPÖ als Steigbügelhalter bei der Landeshauptmann-Wahl nicht infrage kommt." An diese Personen richtet sich auch Fitzls Appell: "Von einer Partei, die im Spiel Muezzins abschießen lässt, sollte sich niemand zum Landeshauptmann wählen lassen."
Es gibt auch andere Argumente, warum bei ÖVP und SPÖ längst die Alarmglocken schrillen sollten. Sie haben nämlich das Integrationsthema offenbar so schleißig behandelt, dass es sich eine FPÖ spielerisch unter den Nagel reißen kann. Wolfgang Sablatnig (Tiroler Tageszeitung) greift diese Sichtweise auf: "Es ist legitim, die Integration zum Thema zu machen. Aber nicht so wie die FPÖ."
Strache geht derzeit in Sachen Ballerspiel seiner steirischen Freunde etwas in Deckung. Das wird nicht nur die steirischen Urheber der Aktion, sondern auch Jasmin Bürger (OÖ Nachrichten) überraschen. In ihrem Kommentar hätte sie wohl eher darauf getippt, dass "Moschee baba" eine höchst willkommene Inspiration für den Parteichef sei. Bürger nämlich: "Strache kann in Sachen Geschmacklosigkeit von seinen steirischen Freunden noch lernen."
So absurd die ganze leidige Angelegenheit ist, so bezeichnend ist, dass sie aus der FPÖ kommt. Hans Rauscher (Der Standard), gewohnt deutlich: "Kurzmann (Spitzenkandidat FPÖ Steiermark, Anm.) ist ein Bewunderer der Waffen-SS". Und weiter: "Die Strache-FPÖ wird mehr und mehr von ganz rechts außen beherrscht."
Die Empörung ist derzeit recht flächendeckend, auch in konservativeren Kreisen. Ob sich die steirische FP mit dem Game selbst abgeschossen hat, wird sich weisen. Ob sie von den anderen Parteien ins Out gestellt wird, zum Maßstab für politische Kultur.
rel.red.

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